Viel Politik und Gesellschaftskritik

Kultur / 14.05.2014 • 19:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Schaulaufen in Cannes hat begonnen: Nicole Kidman mit Tim Roth, die beiden Hauptdarsteller in „Grace of Monaco“.  Foto: AP
Das Schaulaufen in Cannes hat begonnen: Nicole Kidman mit Tim Roth, die beiden Hauptdarsteller in „Grace of Monaco“. Foto: AP

Österreich ist bei den wichtigsten Filmfestspielen dieses Mal nur in einer Nebenreihe vertreten.

Cannes. Zum Auftakt des Festivals von Cannes ist „Grace of Monaco“ des französischen Regisseurs Olivier Dahan gestern kühl aufgenommen worden. Der Film mit Nicole Kidman wurde weitgehend mit Schweigen quittiert. Das Fürstenhaus von Monaco boykottiert die Eröffnung des glamourösen Filmfests, weil es den Streifen als eine Verdrehung der Tatsachen zu „rein kommerziellen Zwecken“ ansieht. Bei der 67. Ausgabe des weltgrößten Filmfestivals konkurrieren 18 Spielfilme um die Goldene Palme. Aus Österreich ist dieses Mal nur der Film „Amour Fou“ von Jessica Hausner in der Reihe „Un Certain Regard“ vertreten.

Jane Campion leitet Jury

Regisseurin Jane Campion ist die Präsidentin der Jury. Die 60-Jährige feierte mit dem Drama „Das Piano“ (1993) internationale Erfolge. Neben ihr gehören etwa Carole Bouquet, Sofia Coppola, Leila Hatami oder Willem Dafoe der Jury an. Unter den Filmen im Wettbewerb fallen mehrere politische und gesellschaftskritische Themen auf. David Cronenberg zeigt mit „Maps to the Stars“ eine Satire auf Hollywood. Ken Loach geht in „Jimmy’s Hall“ auf die Lebensgeschichte eines irischen Kommunisten ein, und Jean-Pierre und Luc Dardenne lassen Marion Cotillard in „Deux jours, une nuit“ verzweifelt um ihren Job kämpfen.

Tommy Lee Jones konnte für den Western „The Homesman“ Hilary Swank und Meryl Streep verpflichten, während der 83-jährige Jean-Luc Godard mit „Adieu au langage“ ein Experiment in 3D wagt. Möglicherweise stellt aber auch Xavier Dolan (25) die Konkurrenz in den ­Schatten. Er stellt mit dem Familiendrama „Mommy“ bereits seinen fünften Spielfilm vor.

67. Filmfestspiele Cannes

18 Filme sind im Wettbewerb:

» „Clouds of Sils Maria“, Olivier
Assayas (Frankreich)

» „Saint Laurent“, Bertrand Bonello (Frankreich)

» „Kis Uykusu (Winter Sleep)“,
Nuri Bilge Ceylan (Türkei)

» „Maps to the Stars“, David
Cronenberg (Kanada)

» „Deux jours, une nuit“, Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne (Belgien)

» „Mommy“, Xavier Dolan (Kanada)

» „Captives (The Captive)“, Atom Egoyan (Kanada)

» „Adieu au langage“, Jean-Luc Godard (Schweiz/Frankreich)

» „The Search“, Michel Hazanavicius (Frankreich)

» „The Homesman“, Tommy Lee Jones (USA)

» „Futatsume no mado (Still the Water)“, Naomi Kawase (Japan)

» „Mr. Turner“, Mike Leigh
(Großbritannien)

» „Jimmy‘s Hall“, Ken Loach
(Großbritannien)

» „Foxcatcher“, Bennett Miller (USA)

» „Le meraviglie“, Alice Rohrwacher (Italien)

» „Timbuktu“, Abderrahmane
Sissako (Mauretanien)

» „Relatos salvajes (Wild Tales)“, Damian Szifron (Argentinien)

» „Leviathan“, Andrej Swjaginzew (Russland)