Mit den Schüssen in Sarajevo im Hinterkopf

Kultur / 15.05.2014 • 22:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arbeit von Jovanka Stanojecic aus dem Jahr 2008.  Fotos: serbi.arte  
Arbeit von Jovanka Stanojecic aus dem Jahr 2008. Fotos: serbi.arte  

Brückenschlag hin oder her, die „serbi.arte“ entpuppt sich als große Veranstaltungsreihe.

Schruns. (VN-cd) In der kleinen MAP- bzw. Kellergalerie des Arztes Johann Trippolt im Montafon hat sich schon öfter Großes abgezeichnet, nun hat man dort, dank des Engagements des Kurators Bruno Winkler, den Auftritt von Künstlern aus Serbien organisiert, die in verschiedenen Disziplinen arbeiten. Den Besucher erwartet somit Malerei ebenso wie die Fotografie und vor allem der Einblick in das Filmschaffen. Der Grund, ausgerechnet jetzt nach Serbien zu blicken, liegt auf der Hand: Obwohl an vielen Orten Ausstellungen und Veranstaltungen zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges einen Monat nach den Schüssen in Sarajevo im Juni 1914 stattfinden, ist die Auseinandersetzung mit aktueller Kunst aus dem Land eher marginal zu beobachten.

Weitere Beziehungsebene

Als Versuch, „die konfliktreiche Beziehungsgeschichte zwischen Serbien und Österreich aufzugreifen, um dazu eine Beziehungsebene der bilateralen Gegenwart beider Länder zu konstituieren“, wertet Bruno Winkler die Anstrengungen, die man bereits vor einigen Jahren in der Kulturinitiative montARTphon, einer Vereinigung Engagierter, startete.

Eine Sympathie für die Kunst aus dem ost- und südosteuropäischen Raum habe sich schon früh gezeigt, erklärt er. Sie habe mit Branislav Mihajlovic auch einen Namen. Der aus Belgrad stammende Künstler war mit Arbeiten in der MAP-Galerie vertreten, verweilte einige Zeit im Montafon und er­gänzte sein Œuvre, in dem sich eine eingehende Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur und dem Raum spiegelt, mit neuen Arbeiten.

Darüber hinaus nehmen sich die künstlerischen Angebote der gesamten Reihe jedenfalls spannend aus, vor allem das Filmschaffen, vertreten durch Ivana Todorovic, Srdjan Keca, Dragan und Jovana Nikolic oder Milos Tomic, birgt Aufschlussreiches.  Ausgewählt hat es Charlotte Trippolt „im Hinblick auf einen möglichst umfassenden Überblick und auf das Potenzial zur Förderung des interkulturellen Dialogs“. „Als ich ein Junge war, war ich ein Mädchen“ von Ivana Todorovic behandelt – höchst aktuell – das Thema Transsexualität mit allen Schwierigkeiten, die das soziale Umfeld Menschen macht, die etwas anders leben möchten als es ihnen die Masse auferlegt.

Gut verankert

Mit der Bereitstellung eines Podiums für dieses Werk hat sich auch das Frauenmuseum Hittisau in die Reihe eingebracht. Weitere Partner des  damit gut verankerten Projekts sind die Bludenzer Kultur GmbH, die Artenne Nenzing, das Vorarlberg Museum oder das Kunstforum Montafon.

Als Beispiel, wie hier die historische Erinnerungs­komponente unterbrochen wird, die sich in den Veranstaltungen zur Thematik 1914/2014 zeigt, seien weitere Filmemacher erwähnt, die bei „serbi.arte“ vertreten sind. Dragan und Jovana Nikolic haben eine Dokumentation über ein Belgrader ­Bestattungsunternehmen

gedreht, das im Ausland verstorbene Serben zurückholt. Milos Tomic, der an einer Universität unterrichtet, schafft filmische Kunstwerke. Zu Protagonisten werden dabei beispielsweise ein verliebter Soldat oder Menschen, die als Auseinandersetzung mit dem Ausdruck „auf der Straße leben“ die Umwelt wortwörtlich auf dem Asphalt liegend zu erfahren haben. Im Rahmen eines Workshops wird er auch in Vorarlberg Filme produzieren.

asdfaSed m in g ex er irit la at ue df consed min ut nonsed easdfasdfasdfasdfaasdfasdfasdfasfsdfu facipit on

name Nachname
Aus: „Musical Diaries“ von Miloš Tomic.  
Aus: „Musical Diaries“ von Miloš Tomic.  
Aus: „Als ich ein Junge war . . .“ von Ivana Todorovic.
Aus: „Als ich ein Junge war . . .“ von Ivana Todorovic.

16. Mai, 19.30 Uhr, Festakt auf der Kulturbühne Schruns, bis 9. Juni, Ausstellung etc. in Schruns; 17. Mai, 19.30 Uhr, Film „Als ich ein Junge
war . . .“ im Frauenmuseum Hittisau