Was sich bewegt, ist nicht genug

Kultur / 15.05.2014 • 21:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Künstlerin Maria Eichhorn mit der Vorarlberger Umweltaktivistin Hildegard Breiner.  Foto: KUB/Hinz  
Künstlerin Maria Eichhorn mit der Vorarlberger Umweltaktivistin Hildegard Breiner. Foto: KUB/Hinz  

Umweltaktivistin Hildegard Breiner appellierte gestern Abend im Kunsthaus an die Zivilcourage.

Bregenz. (VN-cd) Es seien die Künstler, die in Japan inzwischen engagierter gegen die Atomkraft auftreten als die Wissenschaftler, erzählte ein Anwesender aus dem Publikum, der den Staat bereiste, in dem sich vor drei Jahren eine Nuklearkatastrophe ereignete, an deren Folgen für die Gesundheit die Menschen nach wie vor leiden. Insofern war das Kunsthaus Bregenz der richtige Ort für einen Vortrag der bekannten Vorarlberger Umweltaktivistin Hildegard Breiner. Dieser versteht sich aber auch als Beitrag zum Projekt der deutschen Künstlerin Maria Eichhorn, die Fachleute vor einen Vorhang treten lässt, der Teil der Ausstellung im KUB ist, in dem Videoaufzeichnungen der Referate zu sehen sind.

„Erneuerbare Energien kosten nicht die Welt“, lautet ein finaler Satz von Breiner, mit der sie die Thematik auf den Punkt bringt, denn letztlich geht es bei der Atomkraft um jene, die finanziell davon profitieren und um unsere (Um)Welt, der sie schadet. Es bewegt sich etwas, aber das ist noch nicht genug, skizzierte sie die momentane Situation nach Rückblicken auf erfolgreiche Demonstrationen in Zwentendorf, Wackersdorf oder Rüthi. Die Anti-Atomkraftgegner hatten sich in Vorarlberg nicht aus studentischen Bewegungen heraus formiert, es waren, wie sie eine Frage aus dem Publikum beantwortete, zu Beginn Einzelpersonen und auch zahlreiche Frauen, die beispielsweise vor dem Kanzleramt in Wien in den Hungerstreik getreten sind.

In ihrem Vortrag ist es Hildegard Breiner gelungen, das zu vermitteln, was sie auch in schwierigen Situationen angetrieben hat, nämlich die Erfahrung, dass jeder einzelne Mensch mit dem Eintreten für eine Sache letztendlich etwas bewirken kann. Dass sie auf eine Änderung des Euratom-Vertrages zählt, der auch für Österreich Konsequenzen hat, versteht sich.

Vortrag mit Rutengänger Michael Berbig am 8. Juni, 15 Uhr im Rahmen der KUB-Ausstellung von Maria Eichhorn