Inspirierender Auftakt

Kultur / 06.06.2014 • 21:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Musiker David Helbock und Lorenz Raab begeisterten im Vorarlberg Museum. Foto: Udo Mittelberger
Die Musiker David Helbock und Lorenz Raab begeisterten im Vorarlberg Museum. Foto: Udo Mittelberger

„Old Orleans/New Bregenz“ verbindet die große Show mit dem kleinen Exklusiven.

Bregenz. (VN) Unglaubliche Virtuosen auf ihren Instrumenten, Artisten auf der Trompete und am Klavier. Das war der fulminante Auftakt des neuen Bregenzer Jazz Festivals: David Helbock und Lorenz Raab, „Outstanding Artists“ im Vorarlberg Museum.

Dass sich die beiden Ausnahmemusiker Lorenz Raab an der Trompete und David Helbock am Klavier zu einem Duo gefunden haben, ist ein Glücksmoment. Die Kompositionen des knapp 30-jährigen Vorarlbergers sind brillant, Helbock hat in einem Jahr sein Real-Book mit 365 Kompositionen verfasst, eine Faible für Prince kann er nicht leugnen, was in einer wunderbaren Variation von „Sometimes it snows in April“ zu hören war. Zudem spiegelt Lorenz Raab mit Werken angenähert an Henry Purcell (Dido und Aeneaes) und Franz Schubert (Kupelwieser-Walzer) auch das klassische Feld. Komplexe, aber doch sehr eingängige Melodien, unplugged, ohne technische Unterstützung, sind zu erleben, quasi die Urform des klassischen Konzerts auf der Jazzbühne. Eine großartige Inspiration für das Publikum, einfach, aber mitreißend.

Hommage an zwei Musiker

Ihr Programm ist eine echte Hommage an zwei Musiker: Hermeto Pascoal und Thelonious Monk. Monk war bekannt für seine eigene Klaviertechnik, die oft auch witzige Sounds hervorrief. Es ist daher nicht überraschend, dass die beiden Künstler mit Klängen experimentieren, mit Meeresrauschen auf der Trompete, die sich im nächsten Moment in wunderbaren Balladen ganz traditionell anhört.

Für David Helbock ist es eine Reduktion auf das Wesentliche, auf das Einfache, weg von den großen Projekten. Lorenz Raab hingegen wollte immer schon einen klassischen Duoabend als Jazzkonzert haben. Es ist gelungen. Und Christoph Thoma, der Macher des Festivals „Old Orleans New Bregenz“, das das „New Orleans“-Festival nun ersetzt, hat ein weiteres Signal als kulturaffiner Stadtmanager gesetzt.

Unter freiem Himmel ging das „Old Orleans/New Bregenz“-Festival gestern Abend mit Aja Zischg und Toni Eberle mit viel Stimme und in bester Stimmung los. Foto: VN/Steurer
Unter freiem Himmel ging das „Old Orleans/New Bregenz“-Festival gestern Abend mit Aja Zischg und Toni Eberle mit viel Stimme und in bester Stimmung los. Foto: VN/Steurer

Das Festival „Old Orleans/New Bregenz“ dauert bis 8. Juni. Die Konzerte finden am Kornmarkt statt.

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