Authentisch und ungeschminkt

Kultur / 16.06.2014 • 21:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Preisträger mit Vertretern des Landes: Winfried Nußbaummüller (Kulturabteilung), Stephan Alfare, André Pilz, LR Harald Sonderegger und LH Markus Wallner.  Foto: vlk
Preisträger mit Vertretern des Landes: Winfried Nußbaummüller (Kulturabteilung), Stephan Alfare, André Pilz, LR Harald Sonderegger und LH Markus Wallner. Foto: vlk

Stephan Alfare erhielt Kulturpreis des Landes, André Pilz das Arbeitsstipendium.

Bregenz. Landeshauptmann Markus Wallner hat gestern Nachmittag den diesjährigen Literaturpreis des Landes Vorarlberg an Stephan Alfare (48) überreicht. Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert. Der in Bregenz geborene und in Wien lebende Schriftsteller war vor ein paar Jahren schon einmal unter den Ausgezeichneten, in der Folge der letzten Preisvergabe erschien der beeindruckende Roman „Das Schafferhaus“. Der Autor André Pilz (42) erhielt ein Arbeitsstipendium in der Höhe von 1500 Euro. Kulturlandesrat Harald Sonderegger verwies beim Festakt auf die „lebendige Literaturszene“ in Vorarlberg: „Sie ist getragen von den Erfolgen einiger international beachteter Schreibenden, und darf auf etliche junge Talente bauen.“ Eine wichtige Funktion komme dabei den verschiedenen Plattformen zur Literaturvermittlung zu, betonte Sonder­egger: „Egal, ob es sich dabei um geleistete Verbandsarbeit, um die Aktivitäten der verschiedenen Kulturveranstalter, Literaturpreise oder Poesiefestivals handelt. Sie alle sind oder waren der Nährboden, auf dem sich das literarische Geschehen präsentiert, wachsen und weiterentwickeln kann.“

Erfreulich große Resonanz

Im Kreise der 44 Einreichungen befanden sich in gleichem Maße arrivierte Autorinnen und Autoren wie auch sehr junge, vielversprechende Talente. Die Entscheidung für den Preisträger wurde von der Kunstkommission Literatur getroffen.

Stephan Alfare konnte sich in dem anonymisierten Juryverfahren mit einer Auswahl an Gedichten durchsetzen, die ursprünglich als Nebenprodukt seines letzten Romanprojektes entstanden sind. Die Jury überzeugte einerseits die existentielle Note der Textproben und andererseits die technisch überzeugende Qualität der Dichtung: Kein Text ist künstlich, sondern „voll-und-ganz in/am Leben, authentisch und ungeschminkt“. Die beiden jüngsten Buchveröffentlichungen von Stephan Alfare tragen die Titel „Meilengewinner“, und „Der dritte Bettenturm“ (2011), ein Buch, in dem es Alfare anschaulich gelingt, sein Sammelsurium an Personal durch aberwitzige Situationen zu schicken und dennoch authentisch erscheinen zu lassen. Nicht zuletzt mit Witz und einer gewissen zynischen Distanz, die er seinen Helden mitgibt. (Alfare war auch Teilnehmer am Bachmann-Wettbewerb.)

Mit einem Arbeitsstipendium bedacht wurde der in Hohenweiler und München lebende André Pilz. Wie bereits in früheren Romanen („Weine nicht, mein Schatz“, „Bataillon d‘amour“, „Man down“) setzt er sich auch in seinem aktuellen Textauszug mit sozialen Themen auseinander. Er überzeugte die Jury mit einem erfrischend jugendlichen Text in „Gangstersprache“. Sein Beitrag hat „Drive, hat gute Dialoge, ist sozial engagiert und keine Befindlichkeitsgeschichte“. Pilz hat auch Texte für die Bühne geschrieben, unter anderem für das Bregenzer Theater Kosmos.

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