Leistung, die Spaß ist

Kultur / 20.06.2014 • 19:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Durchaus kulinarisch und absolut begeisternd: „Der Sturm“ mit Jugendlichen am Landestheater.  Foto: DUB  
Durchaus kulinarisch und absolut begeisternd: „Der Sturm“ mit Jugendlichen am Landestheater. Foto: DUB  

Von Shakespeares „Sturm“ des Landestheater-Jugendclubs nicht begeistert zu sein, geht an sich gar nicht.

BRegenz. (VN-cd) Im Jahr 1611 ist Shakespeares Alterswerk „Der Sturm“ uraufgeführt worden. Von der Liebe bis zur Eifersucht, von den Machtgelüsten bis zu derben Spielen, der Resignation, dem Tausch der Identität und der phantastischen Zauberei werden alle Themen des berühmten Dramatikers behandelt. „Der Sturm“ hat allerdings auch schon manches Regiekaliber bis aufs Äußerste gefordert, von den Schauspielern gar nicht zu reden. „Ich nehme sie als Schauspieler ernst, verlange aber vor allem in der finalen Projektphase jene Professionalität, die die Jugendlichen auch von mir verlangen dürfen“, erklärt Marcus Harms seine Arbeitsweise. Mit zwanzig Amateuren – alle sind sie Mitglieder des Landestheater-Jugendclubs 16+ – hat er „Der Sturm“ umgesetzt und dem Publikum Bewunderung und vielleicht auch ein Staunen abverlangt.

Ernste Themen

Mehrere Übersetzungen hatte man sich angesehen und sich dafür entschieden, den Inselbewohnern eine ältere Sprache zuzuordnen als den Neuankömmlingen. Das hat bestens funktioniert und begeisterte zum Auftakt des Bodensee-Jugendtheaterclub-Festivals „Boje“ angesichts eines ungemein spontan wirkenden Spiels in bunter Kulisse von Julia Kopa.

Leistung abzuliefern macht offenbar Spaß. Sichtbar wurde das auch in der Aufführung der Jugendgruppe des Theatervereins Mäder, die sich ein Spiel zum Thema Zeit ausgedacht hatte, während die jungen Kollegen aus Liechtenstein die Geschichte der „Brüder Löwenherz“ nach Astrid Lindgren auf berührende Art vermittelten. Ernste Themen lustvoll aufzugreifen ist Jugendlichen ein Anliegen. Hochachtung!

„Boje“: 21. Juni, 20 Uhr, „Der Gott des Gemetzels“ (TaS) im Kornmarkttheater; 22. Juni, 12 Uhr, UMSEMU im Vorarlberg Museum