Was in Afrika vor Lampedusa geschah

Kultur / 20.06.2014 • 17:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Roman. „Iman“ (Originaltitel: „La main d‘Iman“) von Ryad Assani-Razaki erzählt von jungen Afrikanern, die einander in einem namenlosen Land ihres Kontinents begegnen und die unter Lebensgefahr nach Europa fliehen, obwohl das, was sie erwartet, nicht besser ist als ihr altes Leben. Sie trotzen aber der brutalen Realität und glauben an die Liebe und an eine Zukunft. Der Emigrant Ryad Assani-Razaki, der 1981 in Benin geboren ist und inzwischen als Informatiker in Kanada lebt, lässt glaubhaft teilnehmen am Schicksal der drei jungen Leute, die ineinander verklammert den Grausamkeiten, die sie umgeben, entfliehen wollen.

In Afrika gibt es nichts mehr, was sie hoffen lässt, die Wellblechhütte im Armenbezirk erweist sich als Endstation allen Strebens. Ein Drama, erbarmungslos und emotional. Letztendlich bleibt die existenzielle Frage, ob man dem tristen Schicksal nur durch das Besteigen eines Schiffes entkommen kann . . .

Ryad Assani-Razaki: „Iman“, Verlag Wagenbuch, Roman 320 Seiten. Empfohlen von Christa Küng, Buchhandlung Das Buch im Messepark Dornbirn