Großer Aufklärungsbedarf bei Bundestheatern

Kultur / 23.06.2014 • 21:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Holding-Chef Georg Springer tritt zurück. Strukturreform wurde angekündigt.

Wien. Bei der Opposition (Grüne und NEOS) ist der gestern bekanntgegebene Rücktritt von Georg Springer (68) als Chef der Bundestheater-Holding auf einhellige Zustimmung gestoßen. Nun (nach Entlassungen an der Burgtheater-Spitze und nach diesem Rücktritt) rücke das Ministerium und die Frage der politischen Verantwortlichkeit in den Vordergrund, erklärte Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen. Beate Meinl-Reisinger, NEOS-Kultursprecherin und Vorsitzende des Kulturausschusses erklärte, dass diese Entscheidung nicht ohne den Druck der Oppositionsparteien und der Medien erfolgt ist. Die Geschäfte der Bundestheater-Holding werden vorübergehend von Springers Stellvertreter Othmar Stoss übernommen.

Der Prozess zur angekündigten Strukturreform der Holding soll „zügig fortgesetzt“ werden, heißt es in einer Aussendung des Kulturministers Josef Ostermayer (SPÖ). Mit der Einholung eines Rechtsgutachtens zur Prüfung sämtlicher Verantwortlichkeiten, der Einschaltung des Rechnungshofes zur Gebarungsprüfung der Burgtheater GmbH und Einleitung des Strukturreformprozesses der Bundestheater-Holding seien „sämtliche Schritte gesetzt, um eine Aufklärung der Vergangenheit lückenlos und transparent zu ermöglichen und die Bundestheater in eine sichere Zukunft führen zu können“. Springer tritt als Geschäftsführer mit Ende der Spielzeit, also mit 30. Juni zurück. Ende des Jahres war der Pensionsantritt geplant.

Die Basisabgeltung für die Bundestheater (Burgtheater, Staatsoper und Volksoper) beträgt derzeit übrigens 148,9 Millionen Euro. Zuletzt wurde der Bilanzverlust mit 22,26 Millionen Euro beziffert.

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