Ex-Burg-Chef fordert hohe Entschädigung

Kultur / 24.06.2014 • 19:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ehemalige bei Gericht: Hartmann und Springer.  FOTO: APA
Ehemalige bei Gericht: Hartmann und Springer. FOTO: APA

Prozess Matthias Hartmann versus Burg­theater hat begonnen und wird lange dauern.

Wien. In Gerichtssaal M herrscht dicke Luft. Vor dem Arbeits- und Sozialgericht in Wien streiten sich seit Dienstag der im März gefeuerte Intendant Matthias Hartmann und das Wiener Burgtheater um Millionensummen. Der 50 Jahre alte Deutsche fordert von der „Burg“ rund zwei Millionen Euro, da er seine Kündigung für unberechtigt und unwirksam hält. Sein früherer Arbeitgeber hatte ihm vorgeworfen, seit Jahren von der undurchsichtigen Buchführung des Hauses gewusst zu haben, und ihn fristlos entlassen. Die Bühne hatte in der Spielzeit 2012/13 einen zweistelligen Millionenverlust verbucht. Eine gütliche Einigung lehnen beide Seiten derzeit ab.

„Die Frage wird sein, ob Hartmann seinen Geschäftsführerpflichten nachgekommen ist oder nicht“, kündigt die Vorsitzende Richterin Kristina Heissenberger an. Im Laufe des Prozesses sollen dazu rund 30 Zeugen gehört werden, unter anderem die einstige kaufmännische Geschäftsführerin Silvia Stantejsky und der Chef der österreichischen Bundestheater-Holding, Georg Springer, der am Montag, wie berichtet, seinen Rücktritt angekündigt hat.

Schwere Vergehen

Der von Hartmann eingeklagte Betrag setzt sich aus einer Kündigungsentschädigung, offenen Gagen und Zahlungen aus seinem bis Ende August 2019 laufenden Vertrag zusammen. Das Burgtheater wirft ihm schwere Vergehen vor. Die Entlassung sei erfolgt, da er nicht nur von den schwarzen Kassen gewusst, sondern von diesen auch profitiert habe. Nach dem Finanzdebakel werden nun ab Herbst weniger Premieren gezeigt.

Die nächsten Verhandlungstermine sind für den 24. und 25. September angesetzt. Zuvor soll verhandelt werden, wie die Vertragsverlängerung für Hartmann im Jahr 2012 zustande kam.

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