Mammut-Projekt geplant

Kultur / 30.06.2014 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Artemis Quartett mit Gautier Capuçon.  Foto: Schubertiade  
Das Artemis Quartett mit Gautier Capuçon. Foto: Schubertiade  

Neben einem fulminanten Streichquintett wurde eine Besonderheit zum 40. Schubertiade-Jahr offenbar.

Schwarzenberg. (VN-cd) Nachdem schon die Kombination Artemis Quartett und Gautier Capucon ein starkes Publikumsinteresse nach sich zieht, wundert es nicht, dass der Angelika-Kauffmann-Saal bei einem Programm mit dem Streichquartett in cis-Moll von Beethoven und dem großen Streichquintett in C-Dur von Schubert seit Wochen und Monaten ausverkauft war. Der Regen trübte den finalen Glanz des Juni-Blocks der Schubertiade in Schwarzenberg keineswegs und die Schwermut, die dem erwähnten Beethoven-Quartett nachgesagt wird, mutierte unter den Händen von Vineta Sareika, Gregor Sigl (Violine), Friedemann Weigle (Viola) und Eckart Runge (Violoncello) zu einem tief berührenden Klangbild, das erwartungsgemäß frei von Pathos blieb.

Schuberts Streichquintett, ein Vermächtnis schlechthin, wird in der Wiedergabe des Artemis Quartetts mit dem zweiten Cellisten Gautier Capuçon zum Stück klassischer Musikliteratur, in dem sich existenzielle Themen spiegeln. Die hohe Qualität des Musizierens zeigt sich allein schon in der absoluten Balance bei der Ausdeutung der Gegensätze, die in diesem Werk aufeinanderprallen und löste Begeisterung aus. Die Besucher (von denen sich einige vernehmbar bis zum August voneinander verabschiedeten – also eine Fangemeinde bilden) dürfte dem 40. Schubertiade-Jahr bereits mit Freude entgegensehen.

Alle Lieder Schuberts

Gerd Nachbauers Planungen für die Jubiläumsjahre 2015 und 2016 erinnern an die Gründungsphase der Schubertiade 1975 und 1976. Von chronologischen Aufführungen der Schubert-Werke war damals die Rede. Dass so ein Unterfangen mit Spannungsverlusten einhergeht, hatte der baldige alleinige Geschäftsführer rasch erkannt. Sämtliche Lieder will er in den nächsten zwei Jahren jedoch aufführen lassen. Die Interpreten sind erwartungsgemäß prominent. Was die Kammermusik betrifft, darf man erkennen, dass die beiden jungen Vorarlberger Aaron Pilsan (Klavier) und Kian Soltani (Cello) nun unter die Weltklasse-Solisten gereiht sind. Der kürzere Schwarzenberg-Block ist darauf zurückzuführen, dass man in der Gemeinde nicht in der Lage ist, Termine für Traditionsveranstaltungen so früh bekannt zu geben, wie die Festivalleitung planen muss. Die Schubertiade weicht daher zeitlich großräumig aus.

Die 40. Schubertiade findet an einzelnen Tagen ab 1. Mai bis 6. Ok­tober in Hohenems und im Juni und August 2015 in Schwarzenberg statt.

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