Eine spannende Reise durch 26 Schaffensorte

Kultur / 04.07.2014 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Künstler Hubert Matt und Werkraum-Geschäftsführerin Renate Breuß: Die Ausstellung „Werkstätten“ ist ab heute geöffnet. Foto: VN/Paulitsch
Künstler Hubert Matt und Werkraum-Geschäftsführerin Renate Breuß: Die Ausstellung „Werkstätten“ ist ab heute geöffnet. Foto: VN/Paulitsch

Künstler Hubert Matt besuchte für den Werkraum Bregenzerwald die Werkstätten.

Andelsbuch. (VN-cd) Es gab Zeiten, da gehörten Werkstätten nicht nur zu einem Dorf-, sondern sogar zu einem Stadtbild. Wenn zwar nicht alle wussten, wie die Gegenstände und Gerätschaften hergestellt wurden, mit denen man sich im Alltag umgab oder die man zur Hand nahm, so wusste man zumindest, wo sie geschaffen wurden. Solche Orte liegen inzwischen oft im Verborgenen, und nachdem es sich der Werkraum Bregenzerwald zum Ziel gesetzt hat, nicht nur das Handwerk in der Region zu fördern, sondern auch das Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit, scheint es nur sinnvoll, Einblick in solche Schaffensorte zu gewähren.

Eine Möglichkeit wäre es, die Werkstätten gemeinsam für das Publikum an einem Tag zu öffnen und sich damit der Reihe von offenen Weinkellern, Gärten oder Ateliers anzuschließen. Der bekannte Künstler Hubert Matt brachte eine nachhaltigere Variante ins Spiel, indem er feststellte, dass die Werkstätten fotografisch so gut wie nicht dokumentiert sind. Diesen Zustand hat er, ausgestattet mit der Fotokamera, nun beendet. Das Ergebnis seiner ausführlichen Recherche in Arbeitsräumen und auf Baustellen ist ab heute im Werkraum-Haus in Andelsbuch zu sehen. Ergänzend dazu werden Handwerker und Designer jeweils an einem Nachmittag die Arbeitsabläufe erläutern.

Gut besuchtes Haus

Abgesehen von einer Auseinandersetzung mit dem Arbeiten und kreativen Schaffen, das den Beobachtern Respekt abverlangt, betont Werkraum-Geschäftsführerin Renate Breuß auch einen pragmatischen Aspekt der Unternehmung. Junge Menschen wüssten, so Breuß, oft einmal nicht, welche Perspektiven eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb eröffnet, und nicht selten sind sie auch von der Vielfalt überrascht. Ähnlich dürfte es so manchem Besucher der ästhetisch und informativ gut gestalteten Schau gehen. Neben den Tischlern, Dachdeckern, Malern, Spenglern, Polsterern oder Installateuren begegnet man im Bregenzerwald immerhin noch Hutmachern, Filzverarbeitern und der exotisch anmutenden Dendrochronologie. Wer das Alter eines Holzes bestimmen lassen möchte, findet in Egg eine Adresse. Übrigens: Das Werkraum-Haus in Andelsbuch zählte in seinem ersten Jahr rund 25.000 Besucher. Verglichen mit anderen Museen, Architektur- und Kunsteinrichtungen ist das eine beachtliche Zahl.

Ein Erfolgsgeheimnis ist der Respekt vor der Arbeit der anderen und auch vor dem Material.

Hubert Matt

Die Ausstellung im Werkraum-Haus in Andelsbuch ist bis 6. September, Di bis Sa, 10 bis 18 Uhr, geöffnet: www.werkraum.at