Entspannter Start mit Pop und Ball

Kultur / 06.07.2014 • 19:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Farewell Dear Ghost bot Indie-Rock. Foto: M. Rhomberg
Farewell Dear Ghost bot Indie-Rock. Foto: M. Rhomberg

Die wichtigen „Poolbar“-Events lassen auf sich warten, am Wochenende erfolgte das Aufwärmen.

Feldkirch. Das ehemalige Hallenbad in Feldkirch hat sich über die Jahre zum beliebten sommerlichen Festivalfixpunkt gemausert: Am Wochenende wurde die 21. Ausgabe der charmant-popkulturellen Eventreihe in der „Poolbar“ eröffnet, mit improvisiertem Touch, da die Aufbauarbeiten noch im Gange waren, den Wiener Alternativradio-Helden Bilderbuch als begeisterndem Headliner und König Fußball im leeren Becken.

Die Festivalarchitektur vor dem grauen Betonbau, der am Rande der Altstadt mitten in der Wiese ohnehin einen wunderbar deplatzierten Eindruck macht, wird jährlich per Ausschreibung neu gestaltet. Entsprechend kann man sich nie so sicher sein, was einen rund um das alte Hallenbad denn so erwartet – und ob die Pläne bis zum Auftakt auch wirklich bereits realisiert sind. Dieses Work-in-progress-Gefühl lässt stets eine fast mediterrane Entspanntheit entstehen, die entscheidend zum Flair der Poolbar beiträgt.

Während einem also am frühen Abend beim Getränkekauf noch die Teleskopstange der Malerrolle über die Schulter schaut, gibt Emily Dressel gepflegten Songwriter-Pop auf der Holzterrasse zum Besten, der neugierig bis interessiert wahrgenommen wird. Parallel füllen sich die Stufen und Bänke im wasserfreien Becken rascher als gedacht, geht‘s hier doch um den Ball.

Vielversprechend

War im Hintergrund der Viertelfinal-Partie noch der Soundcheck zu vernehmen, geht es dann nach Spielende mit der Grazer Indie-Rockband Farewell Dear Ghost zum ersten Konzert, eingängig, emotional, teils elegisch und ein wunderbar vielversprechender erster Act für einen langen Festivalsommer.

Den meisten fällt bei Bilderbuch gleich deren Hit „Maschin“ und das dazugehörige Musikvideo mit dem gelben Lamborghini ein. Die „Maschin“ kommt dann auch gleich zwei Mal beim Konzert, ohne auch nur annähernd an Power zu verlieren. Dazu ein intensives und exaltiertes Set, das augenzwinkernd und mit Falco-Anleihen u.a. das „Joghurt auf der Bluse“ zur Katastrophe stilisiert und die „feinste Seide“ beschwört. Der Hype ist völlig legitim.

In den kommenden sieben Wochen lockt die Poolbar u.a. mit HIM, Anna Calvi, The Dandy Warhols oder Maximo Park sowie Filmvorführungen, Lesungen und Workshops. Der Sommer kann kommen.

Das „Poolbar“-Festival im Feldkircher Hallenbad (Reichenfeld­areal) läuft bis 16. August