Mit Pointen Punkte geholt

Kultur / 06.07.2014 • 19:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Preisträger Michael Fehr, Gertraud Klemm, Tex Rubinowitz, Senthuran Varatharajah und Katharina Gericke.  FOTO: APA
Die Preisträger Michael Fehr, Gertraud Klemm, Tex Rubinowitz, Senthuran Varatharajah und Katharina Gericke. FOTO: APA

Tex Rubinowitz, Cartoonist, Autor und Wahlwiener, gewann den Bachmann-Preis.

Klagenfurt. „Humor schließt Bachmann-Preis aus“, war allenthalben zu hören, auch vom nunmehrigen Preisträger selbst. „Wir waren niemals hier“, heißt der Text, mit dem Rubinowitz gewann. Darin erinnert sich der Ich-Erzähler an eine lang vergangene Beziehung mit einem Mädchen aus Litauen, eine problematische Beziehung mit einem „durch und durch pragmatischen Menschen“, wie sie in dem Text bezeichnet wird.

Slapstickartig, erfrischend, eine Pointenjagd, so die Reaktionen der Juroren. Juryvorsitzender Burkhard Spinnen meinte zudem, der Vortrag sei so scheußlich gewesen, das es fast schon wieder gut gewesen sei. Gut genug für den Hauptpreis, wie sich gestern herausstellte. Michael Fehrs Text, der in der Abstimmung Rubinowitz unterlag, war da schon schwerere Kost, ebenso wie der mit dem 3sat-Preis ausgezeichnete Facebook-Dialog von Senthuran Varatharajah, und auch die Österreicherin Gertrud Klemm, die den Publikumspreis holte, servierte nicht gerade ein leichtes Menü.

Spinnen geht

Burkhard Spinnen, seit 2008 Vorsitzender der Jury, lieferte noch eine Pointe, als er seinen Rückzug bekannt gab. Nach den Turbulenzen im Vorjahr, als die Streichung der Veranstaltung im Raum stand, beehrte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz heuer das gesicherte Wettlesen.

Fünf Preisträger

38. „Tage der deutschsprachigen Literatur“

» Tex Rubinowitz: Der 1961 in Hannover geborene Cartoonist, Musiker und Reiseschriftsteller, der seit 1984 in Wien lebt, erhielt den Ingeborg-Bachmann-Preis für den Text „Wir waren niemals hier“. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro stiftet die Stadt Klagenfurt.

» Michael Fehr: Der blinde Schweizer Schriftsteller, der 1982 in Gümligen bei Bern geboren wurde, bekam den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis für seinen Text „Simeliberg“.

» Senthuran Varatharajah: Der 1984 in Jaffna geborene Autor, der in Berlin lebt, erhielt den 3sat-Preis in Höhe von 7500 Euro für „Vor der Zunahme der Zeichen“.

» Katharina Gericke: Die 1966 in Kyritz geborene Autorin gewann mit ihrem Beitrag „Down, down, down“ den mit 5000 Euro dotierten Ernst-Willner-Preis.

» Gertraud Klemm: Die 1971 in Wien geborene Schriftstellerin bekam für „Ujjayi“, einen Text über ein Schreibaby, den Publikumspreis (7000 Euro). Er ist mit dem Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Klagenfurt in Höhe von 5000 Euro verbunden.