Versprochen ist eben versprochen

Kultur / 03.08.2014 • 21:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Matthias Honeck, Eva-Maria Reisinger, Roman Bernhart, Michael Günther, Martin Kabas, Reinhard Wieser, Josef Eder und Marcelo Padilla. Foto: MH  
Matthias Honeck, Eva-Maria Reisinger, Roman Bernhart, Michael Günther, Martin Kabas, Reinhard Wieser, Josef Eder und Marcelo Padilla. Foto: MH  

Wie man sein Publikum für sich einnimmt, wissen die Wiener Kammermusiker definitiv.

Hohenems. Eine ganz besondere Zugabe gebe es dann nächstes Jahr, versprach Matthias Honeck beim Sommerkonzert der Wiener Kammermusiker am vergangenen Wochenende im Rittersaal des Hohenemser Palastes. Na, wenn das mal keine Ansage ist. Vor allem, weil schon das aktuelle Konzert keine Wünsche offen ließ. Da gab es mit Joseph Haydns „Vogelquartett“ (Streichquartett Nr. 32 in C-Dur, op.33, Nr. 3, Hob.III:39) und Bernhard Henrik Crusells Quartett für Klarinette und Streichtrio in Es-Dur, op. 2, Nr. 1 ausgesuchteste Kammermusik mit Klasse und – nach der Pause – Antonin Dvoraks Böhmische Suite, op. 39 in einer Bearbeitung für Oktett von Guido Schäfer, die ihren beiden Vorgängern in nichts nachstand.

Damit öffnete sich gleichzeitig auch ein spannender Reigen zwischen ganz charakteristischer Kammermusik und großem Orchesterwerk, das auch in seiner „verkleinerten“ Form absolut zu überzeugen wusste. Vom Schwierigkeitsgrad ansprechend, von der Musikalität her kaum zu übertreffen legten die Musiker der Wiener Kammermusiker ein unglaubliches Feingefühl an den Tag, wenn es galt, die Werke in ihren Charakteren, ihren Temperamenten und Stimmungen zu fassen. Jeder Takt öffnete die Tür in eine neue Welt.

Souverän angeführt durch den Vorarlberger Matthias Honeck an der ersten Geige formten die Musiker immer neue Klangwelten, während sie sich – wenn gefordert – elegant zurücknahmen, nur um sich wenig später erneut mit voller Kraft in den Vordergrund zu spielen. Und so fand auch jeder und jede von ihnen Platz, um sich und sein Können zu präsentieren, um zu zeigen, dass ein Ensemble eben immer auch eine Zusammenfügung einzelner Musiker ist. Das alles aber gelang den Wiener Kammermusikern mit so viel Sensibilität, dass die Harmonie des Gesamten nie gestört wurde. Und darin liegt doch auch die Kunst, sich aus der Vielfalt abzuheben und doch ein großes Ganzes zu formen.

Kreative Impulse

Überhaupt war das Sommerkonzert der Wiener Kammermusiker ein Beispiel mehr, wie eine Region, wie eine Musiklandschaft durch den künstlerischen Austausch profitieren kann. Ohne das musikalische Leben in Vorarlberg im Geringsten schmälern zu wollen, ist der Sommer, wenn die Bregenzer Festspiele Kunst und Künstler aus dem In- und Ausland an den Bodensee bringen, eine Hoch-Zeit der kreativen Impulse. Ein schöner Nebeneffekt des Spiels auf dem See sind u. a. eben auch die Konzerte, mit denen Mitglieder der Wiener Symphoniker in verschiedenen Ensembles den Musikkalender anreichern.

Die Wiener Kammermusiker – derzeit sind dies Matthias Honeck (1. Violine), Eva-Maria Reisinger (2. Violine), Roman Bernhart (Viola), Michael Günther (Violoncello), Martin Kabas (Kontrabass), Reinhard Wieser (Klarinette), Josef Eder (Horn) und Marcelo Padilla (Fagott) – sind eines davon. Und als sie sich nach zwei Stunden Konzertvergnügen und einer kurzen Dvorak-Reprise, die als Zugabe fungierte, von ihrem Vorarlberger Publikum verabschiedeten, taten sie dies mit dem Versprechen, nächstes Jahr mit noch mehr Musik zurückzukehren. Ein Versprechen, das die begeisterten Zuhörer gerne annahmen und im Musiksommer 2015 garantiert einlösen werden.

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