Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Neue Impulse?

Kultur / 08.08.2014 • 20:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Puccinis „Turandot“, jene Oper, mit der Elisabeth Sobotka in Bregenz einsteigt, ist immer noch eine sichere Bank. Obwohl es schwierig ist, Sympathie für die Geschichte um eine chinesische oder persische Prinzessin zu entwickeln, die ihre Freier köpfen lässt, liebt das breite Publikum die Arien. „Nessun dorma“ ist ein Wunschkonzert-Hit, und nachdem er sich zuletzt genauso kompatibel für die Werbewirtschaft erwies wie etwa das „La donne è mobile“ aus Verdis „Rigoletto“, ist er auch jenen ein Begriff, die mit Opern sonst nicht so viel am Hut haben. Zumindest nicht bis sie bei den Bregenzer Festspielen waren, denn ein großer Teil der jährlich bis zu über 200.000 Zuschauer einer Seebühnenaufführung lässt sich hier für das anspruchsvolle Musiktheater gewinnen.

 

Der scheidende Intendant David Pountney hat auf das Fundament seiner Vorgänger aufgebaut und die Plattform enorm weiterentwickelt. Er hält den „Rigoletto“ noch ebenso für seetauglich wie „Macbeth“ oder das von ihm favorisierte, aber nicht realisierte Musical „Show Boat“. Mit Terry Gilliam, einem ehemaligen Monty-Python-Mitglied, nennt er einen Regisseur, der die Fähigkeit besitzt, neue Impulse zu setzen. Man wird sehen, was folgt. Nach „Turandot“, soll erst einmal – wenig überraschend – „Carmen“ kommen.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225

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