Fünf Österreicher auf Buchpreis-Liste

Kultur / 13.08.2014 • 21:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In seinem neuen Roman „Zwei Herren am Strand“, der am 25. August erscheint, erzählt Köhlmeier von Chaplin und Churchill.  Foto: VN/Steurer
In seinem neuen Roman „Zwei Herren am Strand“, der am 25. August erscheint, erzählt Köhlmeier von Chaplin und Churchill. Foto: VN/Steurer

Michael Köhlmeier ist mit seinem neuen Roman „Zwei Herren am Strand“ nominiert.

Frankfurt, Hohenems. Dass sie sich mehrmals getroffen haben, steht fest. Jene Rollen, die Winston Churchill (1874-1965) und Charles Chaplin (1889-1977) im neuen Roman des Vorarlberger Schriftstellers Michael Köhlmeier einnehmen,  haben die Juroren des Deutschen Buchpreises so überzeugt, dass das Werk, das am 25. August in den Handel kommt, heuer nominiert wurde.

Insgesamt sind fünf Österreicher unter den 20 Nominierten. Jurysprecherin und Literaturwissenschaftlerin Wiebke Porombka freute sich über „starke, lustvolle Erzähler und Erzählerinnen, die sich schwerlich unter ein paar Schlagworte fassen lassen“. Antonio Fians „Das Polykrates-Syndrom“ ist ein Psychothriller, ohne als solcher extra beworben zu werden. Heinrich Steinfest („Der Allesforscher“) ist für seine Krimis mehrfach ausgezeichnet worden. Marlene Streeruwitz ist mit ihrer Nominierung von „Nachkommen“ ein Coup gelungen, schließlich behandelt sie in ihrer Literaturbetriebs-Satire den Deutschen Buchpreis selbst. Michael Ziegelwagner stellt in „Der aufblasbare Kaiser“ eine Gruppe skurriler Kaisertreuer in den Mittelpunkt seines ersten Romans.

Für Michael Köhlmeier ist es die dritte Nominierung für den renommierten Preis: 2007 erreichte er mit „Abendland“ die Shortlist, 2010 mit „Madalyn“ immerhin die Longlist.

Verleihung am 6. Oktober

„Welthaltigkeit hatten wir uns von den eingereichten Titeln erhofft. Und gestoßen sind wir auf die verschiedensten Welten und Weltentwürfe und immer wieder konnten wir neu und anders und überraschend erleben, wie durch Sprache Welten nicht schlicht abgebildet, sondern allererst erschaffen wurden; beschädigte und irrwitzige Innenwelten genauso wie produktiv irritierende, vermeintlich ferne Außenwelten, die aber mitunter mehr über die Gegenwart erzählen als das vordergründig Naheliegende“, heißt es in der Jury-Erklärung. Am 10. September steht die sechs Werke umfassende Shortlist fest. Aus diesem Finalisten-Kreis wird am 6. Oktober der Sieger gekürt. 2005 hatte der Vorarlberger Arno Geiger für „Es geht uns gut“ den ersten Buchpreis, vergeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, gewonnen.

Longlist zum Deutschen Buchpreis

» Lukas Bärfuss: Koala (Wallstein)

» Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt (Luchterhand)

» Antonio Fian: Das Polykrates-Syndrom (Droschl)

» Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr (S. Fischer)

» Thomas Hettche: Pfaueninsel (Kiepenheuer & Witsch)

» Esther Kinsky: Am Fluß (Matthes & Seitz Berlin)

» Angelika Klüssendorf: April (Kiepenheuer & Witsch)

» Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand (Hanser)

» Martin Lechner: Kleine Kassa (Residenz)

» Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling (Suhrkamp)

» Charles Lewinsky: Kastelau (Nagel & Kimche)

» Thomas Melle: 3000 Euro (Rowohlt.Berlin)

» Matthias Nawrat: Unternehmer (Rowohlt)

» Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn (Diogenes)

» Lutz Seiler: Kruso (Suhrkamp)

» Sasa Stanisic: Vor dem Fest (Luchterhand)

» Heinrich Steinfest: Der Allesforscher (Piper)

» Marlene Streeruwitz: Nachkommen (S. Fischer)

» Feridun Zaimoglu: Isabel (Kiepenheuer & Witsch)

» Michael Ziegelwagner: Der aufblasbare Kaiser (Rowohlt Berlin)

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