Die alten Haudegen rüsten auf

Kultur / 19.08.2014 • 18:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Crème de la Crème des Actionsfilms steigt wieder gemeinsam in den Ring.  Foto: Filmverleih
Die Crème de la Crème des Actionsfilms steigt wieder gemeinsam in den Ring. Foto: Filmverleih

Zuwachs für die „Expendables-Haudegen“: Sylvester Stallone hat neue Stars rekrutiert.

Action. Das muss man Sylvester Stallone lassen: Für „Expendables 3“ hat Mr. Rambo noch mehr Stars und Muskeln gewinnen können als für die Promi-strotzenden ersten beiden Teile der Actionserie. Harrison Ford, Mel Gibson, Antonio Banderas und Wesley Snipes stoßen zu der altbewährten Schlägertruppe um Anführer Barney Ross (Stallone), Trench (Arnold Schwarzenegger), Lee Christmas (Jason Statham), Gunner Jensen (Dolph Lundgren) und Toll Road (Randy Couture).

Der 68-jährige Stallone ist auch nicht zu eitel für Kamera-Close-ups seiner ledernen Falten und tiefen Stirnrunzeln. Als Boss der schießwütigen Söldner mit dem Beinamen „Expendables“, also die Entbehrlichen, mischt sich diesmal leichte Traurigkeit in seinen Dackelblick. Emotionale Tiefe ist nicht gerade Stallones Stärke, doch zumindest gibt er über 126 Minuten hinweg eine „Wir sind zu alt für diesen Mist“-Ergriffenheit zum Besten.

Als ein gefährlicher Waffenhändler ausgeschaltet werden soll, muss für den Killerauftrag frisches Blut her. Barney Ross tauscht verbrauchtes Testosteron gegen junge Wachstumshormone ein. „Twilight“-Vampir Kellan Lutz, Box-Profi Victor Ortiz und die Kampfsport-Ikone Ronda Rousey sind unter den Neuzugängen.

Abgedroschene Alterswitze

Eigentlich hatte der australische Regisseur Patrick Hughes viel Potenzial an der Hand. Wann steigen schon mal „Rocky“ „Indiana Jones“, „Mad Max“, „Terminator“, „Blade“ und „Zorro“ gemeinsam in den Ring. Doch bei „Expendables 3“ bleibt alles beim Alten: dicke Muskeln, laute Action, dünner Plot und dumme Sprüche.

Am meisten legt sich noch Mel Gibson ins Zeug. Er ist nicht nur der skrupellose Waffenhändler Conrad Stonebanks, sondern auch ein Ex-Expendable, der einst mit Barney Ross die Truppe gründete, nun aber zum abtrünnigen Erzfeind wird. Mit 58 Jahren schlägt sich Gibson tapfer als Oberbösewicht.

Auch Wesley Snipes ist im Film zu sehen, muss aber zuerst von seinen Expendable-Buddys mit halsbrecherischen Helikopter-Stunts aus russischer Gulag-Haft befreit werden. Warum er im Gefängnis saß, fragt einer seiner Retter. „Steuerhinterziehung“, kommt mit eisiger Miene zurück. Wenigstens ein guter Spruch, den sich die Drehbuchautoren Creighton Rothenberger und Katrin Benedikt („Olympus Has Fallen“) mit Co-Autor Stallone ausgedacht haben. Steuersünder Snipes saß tatsächlich mehr als zwei Jahre in den USA in Haft. „Expendables 3“ war die erste Rolle für den „Blade“-Star nach der Freilassung im vorigen Jahr.

Die abgedroschenen Alterswitze machen allerdings irgendwann keinen Spaß mehr. Der 126 Minuten dauernde Film wird daher selbst für hartgesottene Fans zum Kraftakt. Trotzdem werde es definitiv eine Fortsetzung geben, kündigte Stallone kürzlich bei einem Besuch in Köln an.

Filmdetails

» Regie: Patrick Hughes

» Land: USA, 2014

» Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Antonio Banderas, Jet Li,

Wesley Snipes, Arnold Schwarzenegger u.a.

» Ab 21. August

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