Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Extrem erweitert

Kultur / 22.08.2014 • 20:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es passt zu David Pountney bzw. zu dem, wie wir den britischen Künstler, Regisseur, Kunstvermittler und Theaterleiter in den letzten elf Jahren hier erlebt haben, dass er den Erfolg mit der „Zauberflöte“ nicht auf sich bezieht. Wenn am kommenden Montagabend die letzte Aufführung auch auf dem See endet, haben rund 406.000 Menschen die Produktion gesehen, die damit die Hitliste der Bregenzer Festspiele anführt.

 

Den Schatz der Festspiele, den es angesichts dieses Erfolgs zu betonen gäbe, sieht er in der Kombination des Populären mit dem Gewagten. Sein Vorgänger Alfred Wopmann hat sie geprägt, Pountney hat sie wesentlich ausgebaut. Wenn er mit viel Understatement meint, dass es kein großes Ding ist, mit der „Zauberflöte“ eine hohe Auslastung zu erreichen, oder dass das auch mit einer schlechten Inszenierung gelinge, dann möchte man ihm widersprechen. Man erinnert sich gut daran, dass die letzten „Zauberflöten“-Inszenierungen in der Mozart-Stadt Salzburg relativ rasch von der Bild- bzw. Bühnenfläche verschwinden mussten, weil sie nicht allzu viel taugten.

Wollen wir keine weiteren Vergleiche ziehen, die intendierten Projekte der Ära Pountney haben zu einem großen Maß funktioniert, mit ihnen wurden (inklusive der mutigen Seebühnen-Entscheidung mit „André Chénier“) alle Möglichkeiten nicht nur ausgeschöpft, sondern – ohne Übertreibung – extrem erweitert.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225

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