Nun unterwegs zwischen Cardiff und einem „Ring“

Kultur / 22.08.2014 • 20:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nun unterwegs zwischen Cardiff und einem „Ring“

Auch Uraufführungsserien trachtet David Pountney fortzusetzen.

Bregenz. (VN-cd) Er wird viel unterwegs sein in nächster Zeit, schließlich ist David Pountney, der scheidende Intendant der Bregenzer Festspiele, nicht nur seit gut zwei Jahren auch Leiter der Welsh National Opera in Cardiff, sondern weiterhin als Regisseur unterwegs. Dass die sich als so erfolgreich erwiesene „Zauberflöte“ ein Plan B war, den er mit Bühnenbildner Johan Engels hegte, weiß man. Den Plan A, das Musical „Show Boat“, hat er nach wie vor im Hinterkopf. Im nächsten Jahr wird er sich jedenfalls als Besucher jener „Turandot“ einfinden, mit der seine Nachfolgerin Elisabeth Sobotka die Serie der bekannten Stücke auf dem  See fortsetzt. Ob die Oper auch mit derart neuen Ansätzen interpretiert wird, wie das bei der „Zauberflöte“ der Fall war, wird man sehen. In seiner Biographie nimmt Bregenz ebenso den Platz „einer Fest-Ära“ ein wie seine Funktion an der English National Opera, resümiert der 1947 geborene Brite die Zeit im Gespräch mit den VN. Weinbergs „Passagierin“, die den Beginn seiner hier umgesetzten Uraufführungsserie markiert, bleibt das stärkste Bild, das er aus Bregenz mitnimmt, dass es die Oper „Geschichten aus dem Wiener Wald“, die er beim Österreicher HK Gruber in Auftrag gab, in die Spielpläne schafft, davon geht er aus. Abgesehen von der Übernahme der Bregenzer Produktion nach Wien zeichne sich in Berlin eine neue Umsetzung ab.

„Unverantwortlich“

Er selbst hat in Wales ebenfalls neue Stücke in Planung, demnächst befasst sich Elena Langer mit „Figaro lässt sich scheiden“, die Adaptierung des Horváth-Textes übernimmt Pountney selbst. 2016 folgt ein Stück nach einem Text über den Ersten Weltkrieg. Während er in Warschau Rossinis „Wilhelm Tell“ inszeniert und in Chicago mit Wagners „Ring“ beginnt, ist ihm die Etablierung von André Tchaikowskys „Der Kaufmann von Venedig“ in England ein Anliegen. Die Uraufführung hatte er noch für Bregenz gesichert, als schon feststand, dass er seinen Vertrag nicht verlängert. Als verzichtbaren Vorfall seiner Ära bezeichnet er die Nachfolger-Suche. Diese hatte er allerdings nicht zu verantworten. Dass es zwischen ihm und Elisabeth Sobotka einen Kurzzeit-Intendanten gab, der sich vor dem Antritt wieder verabschiedete, wird man bald vergessen haben. Nicht aber die Notwendigkeit einer Subventions-Anpassung. Dass die Politik nicht reagiert, bezeichnet der nun mit dem Österreichischen Ehrenkreuz ausgezeichnete Künstler als „unverantwortlich“.

David Pountney: „Es gibt Pläne dafür, dass Grubers ,Geschichten aus dem Wiener Wald‘ in Berlin gezeigt werden.“.  Foto: VN/Steurer
David Pountney: „Es gibt Pläne dafür, dass Grubers ,Geschichten aus dem Wiener Wald‘ in Berlin gezeigt werden.“. Foto: VN/Steurer
David Pountney: „Es gibt Pläne dafür, dass Grubers ,Geschichten aus dem Wiener Wald‘ in Berlin gezeigt werden.“  Foto: VN/Steurer
David Pountney: „Es gibt Pläne dafür, dass Grubers ,Geschichten aus dem Wiener Wald‘ in Berlin gezeigt werden.“ Foto: VN/Steurer

Abschiedskonzert, 24. August, 11 Uhr, Festspielhaus. Buch „Der fliegende Engländer“, Signierstunde, 23. August, ab 10 Uhr, Brunner, Bregenz

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