ECHO-Preisträger aus Vorarlberg

Kultur / 29.08.2014 • 19:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schneider hat ein aufsehenerregendes Projekt verwirklicht.
Schneider hat ein aufsehenerregendes Projekt verwirklicht.

„ECHO Klassik“ geht an Autor Robert Schneider und Sopranistin Miriam Feuersinger.

SCHWARZACH. (VN-ju) Klingende Namen wie die Sängerin Anna Netrebko und Jonas Kaufmann oder die Geigerin Anne-Sophie Mutter und David Garrett führen die Liste der Preisträger des diesjährigen deutschen Musikpreises „ECHO Klassik“ an, mit dem jährlich in verschiedenen Kategorien bemerkenswerte CD-Produktionen und Persönlichkeiten ausgezeichnet werden. Auch die Produktionen zweier Vorarlberger Künstler, des in Meschach lebenden Autors Robert Schneider (53) und der Bregenzer Sopranistin Miriam Feuersinger, fand die Jury für preiswürdig.

Der Schriftsteller Robert Schneider („Schlafes Bruder“), der als praktizierender Organist seine Arbeiten immer wieder in der Nähe zur Barockmusik ansiedelt, hat gemeinsam mit dem deutschen Ensemble NeoBarock ein aufsehenerregendes Projekt verwirklicht. Die aus Musikern des früheren Ensembles „Musica Antiqua Köln“ von Reinhard Goebel gebildete Formation spielte für eine nun in der Sparte Kammermusik ausgezeichnete Doppel-CD Bachs „Kunst der Fuge“ ein, Robert Schneider schrieb dazu Texte und las diese auch selbst.

„Ein hochintelligenter Text und eine Spielweise, von der man nicht genug bekommen kann“, urteilte die Fachpresse über dieses mit „Musik der Einsamkeit“ betitelte Projekt als eine völlig neue Kunstform: Bachs epochale Fugensammlung als „Melopoem“, erdacht von NeoBarock, das sich dabei gemeinsam mit Robert Schneider als eines der innovativsten Ensembles Alter Musik erweist. Hinter der Wortneuschöpfung „Melopoem“ verbirgt sich ein fesselndes Gesamtkunstwerk aus Prosa, Lyrik und Dialogen, die ähnlich einem Libretto in die Musik eingearbeitet sind und sich gegenseitig wie ein durchkomponiertes und kontrapunktisches Satzgefüge durchdringen (Bestellnummer amb 96 966).

Internationales Ansehen

In der Sparte „Solistische Einspielung des Jahres“ wurde die aktuelle CD der Bregenzer Sopranistin Miriam Feuersinger ausgezeichnet, die seit Jahren ihre Projekte von Basel aus mit zunehmend internationalem Ansehen verwirklicht.

Für ihre CD „Himmlische Stunden, selige Zeiten“ spürte sie längst Vergessenes des Darmstädter Hofkapellmeisters Christoph Graupner (1683–1760) auf und verwirklichte zusammen mit dem exzellenten Capricornus Consort Basel auf Originalinstrumenten vier von insgesamt 1400 Solokantaten des Barockmeisters.

Dieses Raritätenprogramm, das im Jänner in der Bregenzer Herz-Jesu-Kirche präsentiert und kurz darauf bereits mit einem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, atmet auf wunderbare Weise den Geist dieser Zeit. Ein Presseauszug: „Diese Produktion zählt schon jetzt zu den klangsinnlichsten Ereignissen des Jahres. Feuersingers reiner, völlig ungetrübter Sopran erinnert nicht selten an einen Altus und scheint dem Himmel entgegenzustreben.“ (Bestellnummer Christophorus 77 381)

Der „ECHO Klassik“ wird von der deutschen Phono-Akademie seit 1994 jährlich vergeben. In diesem Jahr wurden Preisträger in 22 Kategorien nominiert, die Preisverleihung findet am 26. Oktober bei einer Gala in München statt.

Die Jury fand die aktuelle CD von Feuersinger preiswürdig.
Die Jury fand die aktuelle CD von Feuersinger preiswürdig.

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