Ein Muskelpaket im Löwenfell

Kultur / 02.09.2014 • 17:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dwayne Johnson nimmt es in „Hercules“ mit neunköpfigen Schlangen auf.  Foto: UPI
Dwayne Johnson nimmt es in „Hercules“ mit neunköpfigen Schlangen auf. Foto: UPI

Im Action-Epos „Hercules“ kämpft Ex-Wrestler Dwayne Johnson gegen furchterregende Fabelwesen.

Action. Zeus-Sohn Herkules musste schon für zig Hollywoodfilme herhalten. Halb Mensch, halb Gott gibt es ihn in diesem Jahr gleich doppelt im Kino. Nach „Legend of Hercules“ mit Kellan Lutz zeigt nun Dwayne Johnson in dem Action-Spektakel „Hercules“ seine Muskeln. Wie gut, dass Ex-Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson so stark ist. Hollywoods Muskelpaket aus Filmen wie „Fast & Furious“ und „G.I. Joe“ nimmt es in „Hercules“ mit neunköpfigen Schlangen, riesigen Löwen, furchterregenden Kriegern und einer Flut von Pfeilgeschossen auf. Regisseur Brett Ratner („Rush Hour“, „X-Men – Der letzte Widerstand“) wirbelt sie den Zuschauern in 3D direkt ins Gesicht. Das neue Helden-Epos aus Hollywood mit reichlich Spezialeffekten ist mehr als pure Action.

Heldenhafter Ruf

Die Fantasy-Verfilmung nach der Comic-Vorlage von Steve Moore nimmt es mit dem Mythos der griechischen Sage jedoch nicht ganz ernst. Wenn Hercules die Muskeln anspannt, zwinkert er auch mal mit den Augen. Seinen heldenhaften Ruf, als Zeus-Sohn mit übermenschlichen Kräften gesegnet zu sein, stellt er selbst infrage. Das macht den bärenstarken Kerl, der vielleicht doch nur ein Normalsterblicher ist, gleich sympathischer.

Seine ohnehin schon imposanten Muskelberge hat Johnson für seine Rolle als „Hercules“ per Extratraining noch weiter anwachsen lassen. Er bestand darauf, alle Kampfszenen selbst zu spielen und schwenkte dabei die berüchtigte „Hercules“-Keule und scharfe Schwerter. So zieht er mit einigen Söldnern und der Armee von König Cotys (John Hurt, „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“) in die Schlacht um Thrakien. Dass Cotys ein doppeltes Spiel treibt, geht Hercules erst später auf. Glücklicherweise kann er sich auf seine treue Gefolgschaft verlassen. Dazu gehören der schräge Prophet Amphiaraus (Ian McShane), der seinen eigenen Tod ständig falsch voraussagt, der Messer-wirbelnde Autolycus (Rufus Sewell), die furchtlose Amazone Atalanta und der Geschichtenerzähler Iolaus.

Zwischen dem jüngsten „Hercules“-Film und seinem Vorgänger im Mai, „The Legend of Hercules“, liegen Welten. Unter der Regie von Renny Harlin („Cliffhanger“) hatte sich „Twilight“-Vampir Kellan Lutz in den Halbgott verwandelt. Doch jene Heldensaga mit spröden Dialogen, unausgefeilten Spezialeffekten und schnellen Cuts glich mehr einem Videospiel.

Eindrucksvoll

Brett Ratner konnte es mit seiner „Hercules“-Adaption nur besser machen. Es sind 98 Minuten Actionspaß mit eindrucksvollen Kampfszenen und einem „Hercules“, der sich nicht zu ernst nimmt. Die Kampfszenen sind eindrucksvoll, der augenzwinkernde Gestus funktioniert meistens. Selbst mit einem gewaltigen Löwenfell als Kopfschmuck macht Dwayne Johnson noch eine gute Figur.

Hercules

» Regie: Brett Ratner

» Land: USA/2014

» Hauptdarsteller: Dwayne Johnson, John Hurt, Joseph Fiennes

» läuft ab heute im Kino