Die jungen Künstler sorgten für Lichtblicke

Kultur / 09.11.2014 • 20:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gabriel Meloni mit dem Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde im Kornmarkttheater. Foto: VN/cd  
Gabriel Meloni mit dem Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde im Kornmarkttheater. Foto: VN/cd  

Die Musikfreunde präsentierten David Kessler (Violine) und Gabriel Meloni (Klavier).

Christa Dietrich

Bregenz. Spätestens bei Sarasates Zigeunerweisen  für Violine und Orchester bestätigte sich das Motto „Licht für die Seele“, das die Bregenzer Gesellschaft der Musikfreunde ihrem Herbstkonzert voranstellte. Im voll besetzten Kornmarkttheater in Bregenz wurde der Moment, in dem sich der mitreißende Elan des jungen Geigers David Kessler auf das Orchester übertrug, wohl für viele als einer der Lichtblicke des Abends spürbar.

Der Vierzehnjährige besucht die Klasse von Alexandra Rappitsch an der Musikschule Dornbirn und wird seit einem Jahr zudem am Vorarlberger Landeskonservatorium von Rudolf Rampf geschult. Beim Landes- wie beim Bundeswettbewerb „Prima la Musica“ wurde er mit ersten Preisen ausgezeichnet. Dass er Stipendiat der Liechtensteinischen Musikakademie ist, belegt zudem das höchst erfreuliche, positive Ergebnis bei der Überprüfung seiner Leistungen durch internationale Fachleute. Dem von Hansjörg Gruber geleiteten Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde ist es hoch anzurechnen, die Jahreskonzerte immer wieder als Podium für die begabtesten unter den zum Teil noch sehr jungen Künstlern in Vorarlberg auszurichten und dem Publikum damit aufschlussreiche Begegnungen zu schaffen. Neben David Kessler erhielt der dreizehnjährige Gabriel Meloni am Samstagabend diese Gelegenheit. Er wird an der Musikschule Dornbirn von Ivan Karpati unterrichtet und ist nicht nur mehrfacher Sieger bei „Prima la Musica“, sondern machte unter anderem auch als Sieger beim Münchner Klavierpodium-Preis oder als erfolgreicher Teilnehmer beim Takács-Wettbewerb Schlagzeilen.

Temperamentvoll

Das Rondo à la Krakowiak op. 14 von Chopin ist ein Konzertsaalhit, der dazu geschaffen scheint, Temperament und Zusammenspiel zu demonstrieren. Die hohe Anschlagqualität von Gabriel Meloni und die wunderbare Ausgewogenheit bei den tänzerischen Effekten hätten vom Orchester vielleicht mit etwas mehr Streicher-Brillanz erwidert werden können, die der um die Einsätze besorgte Dirigent Hansjörg Gruber dieser Instrumentengruppe nicht abfordern konnte. Insgesamt geriet der Klavierpart zu einem ausdrucksstarken Genuss, für den sich das Publikum jubelnd bedankte.

Abgesehen von seiner Interpretationssicherheit konnte David Kessler bereits bei der Havanaise, op. 83, von Saint-Saens das Orchester so richtig mitziehen. Die erwähnten Zigeunerweisen von Sarasate, op. 20, gerieten ihm zum berührenden, effektvollen, aber nie zu pathetischen Vortrag.

Eklektische Rarität

Auf der Suche nach Raritäten ist das Orchester auf den deutsch-holländischen Komponisten Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) gestoßen. Seine D-Moll-Sinfonie, op. 58, ist ein Werk voller Klangschönheit und reizvoller Melodien, auf thematische Strukturiertheit in den Sätzen hat der Schöpfer von sieben Symphonien, Vokalwerken und Kammermusik weitgehend verzichtet. Eklektizismus macht die Spannungsarmut allerdings nicht wett, man erfreut sich an vereinzelt bestechenden Bläserpassagen.

David Kessler begeisterte mit Sarasate und Saint-Saens.
David Kessler begeisterte mit Sarasate und Saint-Saens.

Das nächste Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz findet im Mai 2015 statt.