Arnold Stadler erhielt großen Literaturpreis

Kultur / 10.11.2014 • 20:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bgm. Sabine Becker mit Arnold Stadler. Foto: Voith
Bgm. Sabine Becker mit Arnold Stadler. Foto: Voith

Überlingen. Arnold Stadler ist der 39. Träger des seit 1954 verliehenen Bodensee-Literaturpreises, dessen Jury auch die Vorarlberger Literaturwissenschaftlerin Ulrike Längle angehört. Der 60-jährige Stadler, Theologe und promovierter Literaturwissenschaftler, hat den Preis am Wochenende in Überlingen für sein Gesamtwerk überreicht bekommen. Schon sein erster Roman „Ich war einmal“ (1989) wurde mit dem Jürgen-Ponto-Förderpreis ausgezeichnet. Zehn Jahre später erhielt er den Georg-Büchner-Preis.
Spottlust und Schmerz verbinden sich in einem Werk, das Trauer zeigt über das Verschwinden der dörflichen Welt. Mit oft hintergründigem, an Sarkasmus grenzendem Humor legt Stadler den Finger auf Wunden unserer Zeit. Dabei gibt er der Sprachlosigkeit eine Sprache. Eine „Grundschule der Verluste“ nannte der Laudator Siegmund Kopitzki seinen Roman „Mein Hund, meine Sau, mein Leben“ (1994), in die Heimat führt auch „Ein hinreißender Schrotthändler“ (2001). Auch im Erzählband „New York machen wir das nächste Mal“ (2011) beschreibt Stadler Randfiguren des Lebens, „Menschen, deren Leben als Glück gedacht war, aber als Unglück beschrieben werden muss“, wie er bei einer Lesung sagte.