Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Eine Zusage liegt auf dem Tisch

Kultur / 17.11.2014 • 21:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit mehr Geld – das heißt, erhöhten Subventionen – und weniger Programm – das heißt mit einem reduzierten Premierenangebot im Sommer 2015 – sind die Salzburger Festspiele vor Kurzem an die Öffentlichkeit getreten. In Bregenz wird es vorerst umgekehrt sein. Neben Puccinis „Turandot“ auf dem See und einer großen Opernproduktion im Haus wird die neue Intendantin Elisabeth Sobotka heute ein umfangreiches Programm ankündigen, in dem etwa mit Projekten in Kooperation mit dem Symphonieorchester Vorarlberg auch der besondere Stellenwert des zeitgenössischen Kunstschaffens sowie der Kunstvermittlung ersichtlich ist.

Dass die Subvention nach beinahe zwei Jahrzehnten der Stagnation definitiv angehoben wird – auf diese Meldung warten wir noch. Allerdings stehen die Zeichen nicht schlecht. „Unsere Forderungen liegen auf dem Tisch“, hat Kulturlandesrat Christian Bernhard gegenüber den VN im Vorfeld der nächsten Kuratoriumssitzung bestätigt. Eine Zusage liegt auch dort.

 

Kulturminister Josef Ostermayer selbst hat die Erhöhung zum Thema gemacht. Eher unbeabsichtigt kamen den Bregenzern dabei die Salzburger Festspiele zu Hilfe. Auf kurzem Weg hatte sich der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer nämlich beim Finanzministerium auf eine Erhöhung um eine Million Euro geeinigt. Da stellt sich der Kulturminister natürlich nicht in den Weg, hat aber Erklärungsbedarf. Somit ließ er sich im Laufe dieses Sommers die hohen Steuerleistungen der Bregenzer Festspiele vorrechnen, ließ sich davon überzeugen, dass der Eigendeckungsgrad vergleichsweise hoch ist und dass die Lohnkosten (inklusive Gagen der Wiener Symphoniker) mit gleichbleibenden – und damit verringerten – Subventionen aber nicht mehr zu stemmen sind.

Kurzum: Anfang September ließ Bundesminister Josef Ostermayer die Öffentlichkeit über die VN wissen, dass es ihn freut, wenn es in Bregenz schon im Jahr 2015 eine Erhöhung geben kann. Versehen wurde diese für die Festspiele endlich einmal positive Ankündigung mit der Versicherung, dass die Causa Subventionsanpassung ein wichtiges Thema bleibt. Der Bund verließ damit die Rolle des jahrelangen Abblockers und blickte erstmals wieder herwärts, also Richtung Bregenz, wo Vertreter des Landes und der Stadt längst kundtaten, dass eine Bewegung nach oben notwendig ist.

Die Summen zu den Aussagen stehen bald fest. Die erwähnte Kuratoriumssitzung findet demnächst statt.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225