„Wir wollten etwas mit einem großen Klang machen“

Kultur / 18.11.2014 • 19:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die vier Herren der Wiener Gruppe Kreisky. Foto: Pertramer/Mitter
Die vier Herren der Wiener Gruppe Kreisky. Foto: Pertramer/Mitter

Passend zum Albumtitel „Blick in die Alpen“ reist die Band Kreisky nun nach Vorarlberg.

Wien. (VN-com) Kreisky, eine Band mit vier Herren aus dem Flachland, begibt sich mit ihrem vierten Album „Blick in die Alpen“ in kreative Höhen.

Wie seid Ihr zu Eurem Band­namen gekommen?

Franz Wenzl: Wir wollten etwas mit einem großen Klang haben. Wir haben einfach Namen durchprobiert, irgendwann ist Kreisky im Raum gestanden. Wir waren uns alle einig: Ja, das ist er jetzt. Es war intuitiv, hatte einen schönen harten Klang, der zu unserer Musik passt. Er hat auch ein leicht nostalgisches Element. Dabei haben wir nicht unbedingt politisch gedacht. Natürlich hat es gut gepasst. Es war die Zeit der Schüssel-Regierung, da hatte Kreisky als Gegenmodell positive Anklänge.

Eure Musik hat Rock- und Punkelemente, wie würden Sie sie charakterisieren?

Wenzl: Von der Besetzung her ist es klassische Rockmusik, ein bisschen Punk wegen der Energie und dem leicht experimentellen Element. Das kommt davon, dass wir alle unsere Instrumente nicht gelernt haben. Ich sehe das als Vorteil.

Weil man vieles einfach nur ausprobiert?

Wenzl: Ja, es gibt natürlich immer etwas, das als erstes da ist. Meistens ist es ein Gitarrenriff oder ein Schlagzeugbeat. Dann basteln wir daran herum, suchen passende Texte, können uns treiben lassen. Gerade bei der letzten Platte habe ich das Gefühl, dass es wie Storytelling ist.

Sind die Texte von Kreisky auch ein Ventil für Sie?

Wenzl: Irgendwie schon, aber ich muss sagen, es ist eher die Musik. Bei den Texten ist es nicht unbedingt so. Ich finde sie selber gar nicht so boshaft, wie viele andere Leute sie sehen. Es sind oft einfach Sachen, die mir auffallen. Da muss etwas raus.

Welche Themen stehen dabei im Vordergrund?

Wenzl: Wenn ich das Gefühl habe, da passt jetzt irgendetwas nicht zusammen. Wenn einem Autoritäten vorgeben, zu sein, wie man nicht unbedingt ist. Es ist auch der Konflikt, dass jeder Mensch für sich ein bisschen abgeschlossen ist und seine eigenen Ideen hat, wie er sein Leben am besten lebt und wie er die Welt sieht. Das finde ich einfach interessant.

Wie seid Ihr auf das Studio der Wiener Symphoniker gekommen?

Wenzl: Wir wollten einen Ort mit einem tollen natürlichen Raumklang, in dem wir auch live aufnehmen können. Wir haben uns dort auch sehr wohl gefühlt. Die Symphoniker sind aus der Nähe auch ganz normale Menschen.

Spielt Ihr gerne in Vorarlberg?

Wenzl: Das kann man überhaupt nicht über einen Kamm scheren. Es gibt gute Veranstalter, zum Beispiel der Spielboden in Dornbirn. Grundsätzlich ist es immer super, ich fühle mich sehr wohl in Vorarlberg.

Wie geht es Euch mit dem Dialekt?

Wenzl: Unverständlich. Wenn er in voller Blüte ist, dann stehen wir ordentlich daneben. Aber wenn wir uns bemühen, dann geht das ganz gut.

Es ist Rockmusik, ein bisschen Punk und leicht experimentell.

Franz Wenzl

Zur Person

Franz Adrian Wenzl

Leadsänger bei der Indie-Rock-Band Kreisky aus Wien

Geboren: 13. Juli 1976, Steyr

Vorbilder: Peter Hammill

Hobbys: Tourengehen

Motto: Whatever works

Die Band Kreisky spielt am
20. November 2014 am Spielboden
in Dornbirn.