Tröstender Zauber und scheue Annäherung

Kultur / 21.11.2014 • 23:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Bild „Amor und Psyche“, 1891, von Annie Louisa Robinson Swynnerton befindet sich in der Oldham Art Gallery in England.
Das Bild „Amor und Psyche“, 1891, von Annie Louisa Robinson Swynnerton befindet sich in der Oldham Art Gallery in England.

Bregenz. Das Bild „Amor und Psyche“  aus dem Jahr 1891 von Annie Louisa Robinson Swynnerton (1844-1933) befindet sich in der Oldham Art Gallery in England.

Rudolf Sagmeister kombiniert es mit der rundblättrige Glockenblume, der Campanula rotundifolia. Die langgestielte hellblaue Glockenblume unterstreicht die schlanken Formen des jugendlichen Liebespaares. Amor umfängt mit seinen blauen Flügeln die unschuldig sich ihm mit geschlossenen Augen hingebende Psyche und küsst sie. Die Gesten der Arme, Hände und Beine zeigen mit der Sprache des Körpers das schöne Spiel von scheuer Passivität und Liebeswerben.

Aus den trockenen Regionen Mexikos stammend, speichern Echeverien (Echeveria pumila) Wasser in ihren Blättern. Aus der Blattrosette treiben langestielte elegante glockenförmige Blüten, deren wächserne Oberfläche und zarten Farbübergänge von Rosa zu Gelb nahezu künstlich wirken. Vor der weißen melancholischen Gestalt des Pierrots mit herabhängenden Armen entfaltet die kleine gedrechselte Pflanzenskulptur ihren tröstenden Zauber und ein stilles Leuchten im Licht.

Das Bild „Pierrot Gilles“ von Jean-Antoine Watteau (1684–1721), entstanden in den Jahren 1718/1720 befindet sich im Louvre in Paris. Der Pierrot in der Commedia dell’Arte fungiert bekanntermaßen als Kasper, Spaßmacher und Clown. Watteau blickt hinter die Fassade und zeigt auf seinem Meisterwerk diese Figur traurig, isoliert, in sich gekehrt, unbeweglich, wie angewachsen auf ihrem Platz stehend, während sich im Hintergrund Menschen, etwa die anderen Mitglieder der Schauspielertruppe, in Bewegung befinden.

Zum Projekt des bekannten Kunsthistorikers Rudolf Sagmeister wurde von Rita Bertolini ein Buch herausgebracht.

„Pierrot Gilles“ von Jean-Antoine Watteau (1684–1721), befindet sich im Louvre in Paris.  Fotos: Rudolf Sagmeister
„Pierrot Gilles“ von Jean-Antoine Watteau (1684–1721), befindet sich im Louvre in Paris. Fotos: Rudolf Sagmeister

Arbeiten der Serie „Wilde Blumen. Alte Meister“ sind bis 30. November in der inatura in Dornbirn. Ab 9. Dezember kommt die Schau ins Vorarlberg Museum in Bregenz.