Stiefkind der Literatur ins Zentrum gerückt

Kultur / 23.11.2014 • 19:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Deutsche Autorin Judith Hermann wurde mit dem Erich Fried Preis ausgezeichnet.

Wien. „Judith Hermann erzählt kühl und gleichermaßen zärtlich von Menschen, die tastend und sehnsüchtig ihren Platz in einer Gesellschaft suchen, die das Individuum in die Freiheit entlassen hat, eine Freiheit, die Sehnsucht erzeugt nach Sinn und Verbindlichkeit“, hat die Jurorin Monika Maron ihre Wahl begründet.

Die deutsche Autorin Judith Hermann (44) hat gestern den mit 15.000 Euro dotierten Erich Fried Preis erhalten. Die Verleihung nahm Kulturminister Josef Ostermayer in Wien vor. Hermann wurde mit ihrem Erzählband „Sommerhaus, später“, bekannt. Heuer erschien ihr erster Roman „Aller Liebe Anfang“. Maron weiter: „Sie beschreibt nicht nur die emotionale Verunsicherung der jungen Generation, sondern auch die ihrer desillusionierten Eltern und Großeltern, denen die kollektiven Ziele und Träume im Laufe des Lebens abhanden gekommen sind. Mit ihrer erzählerischen Kunst hat Judith Hermann das Stiefkind der deutschen Literatur, die Erzählung, wieder in den Mittelpunkt literarischen Interesses gerückt.“