Eine würdige Fortsetzung

Kultur / 25.11.2014 • 18:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dale, Kurt und Nick befinden sich in „Kill the Boss 2“ auf dem Weg in die Unabhängigkeit.  Foto: WARNER BROS
Dale, Kurt und Nick befinden sich in „Kill the Boss 2“ auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Foto: WARNER BROS

In „Kill the Boss 2“ fassen die drei Amerikaner den Plan, den Sohn eines vermögenden Investors zu entführen.

Komödie. Nick (Jason Bate­man), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) sind zurück. Nachdem sich die Durchschnitts-Amerikaner im Vorgänger-Film als Killer versucht haben, geht es in „Kill the Boss 2“ um einen Kidnapping-Coup. Gegenspieler des Trios ist kein Geringerer als Christoph Waltz.

Endlich befinden sich Dale, Kurt und Nick in dem von Sean Anders („Der Chaos-Dad“) inszenierten zweiten Teil auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Diesmal sollen keine Köpfe rollen, die drei Freunde versuchen sich lieber als Jungunternehmer. Mit einem ausgeklügelten Duschsystem, dem „Shower Buddy“, wollen sie international reüssieren. Vorstellen dürfen sie ihr Produkt gar im Fernsehen, Regisseur Anders zeigt uns das in der spaßigen Eröffnungssequenz. Schon melden sich erste Interessenten, darunter ein unangenehmer, aber vermögender Investor, gespielt von Christopf Waltz. Der zieht unser hoffnungsvolles Trio rasch über den Tisch. Rache aber ist süß, das wissen Nick, Kurt und Dale längst. Also fassen sie den Plan, den Sohn des Investors (Chris Pine) zu entführen.

Auch im üppig budgetierten US-Kino warten Komödien nicht oft mit so stark besetzten Nebenrollen auf. Jennifer Aniston ist auch in „Kill the Boss 2“ toll als sexsüchtige

Zahnärz-

tin. Kevin Spacey als gewissenloser Businessman

hat zwar diesmal weniger Leinwandzeit, auch als Knastinsasse aber kann

er glänzen. Chris Pine, der seinen Durchbruch vor fünf Jahren als Kirk in „Star Trek“ hatte, ist wunderbar als verdorbener Sohn eines Milliardärs. Christoph Waltz fällt dagegen etwas ab, denn ganz ausspielen kann er sein darstellerisches Talent nicht. Hübsch aber, wie von den Filmemachern Waltz’ deutsch-österreichische Herkunft aufgegriffen wird: So ist das großtuerische Büro des Investors nicht nur mit einem Stück der Berliner Mauer ausgestattet, sondern auch mit einem Trikot von Franz Beckenbauer.

„Kill the Boss 2“ lebt von lustigen Dialogen und den chaotisch-liebenswürdigen Protagonisten. Erneut müssen Dale, Kurt und Nick erkennen, dass aus sehr durchschnittlichen Typen nicht mal so eben knallharte Verbrecher werden. Zwar erinnert der Humor ein wenig an die „Hangover“-Reihe, „Kill the Boss“ aber vermag seine Eigenständigkeit auch in der Fortsetzung zu behaupten. Was auch daran liegt, dass die Gags meist ein gewisses Niveau halten und bei aller politischen Unkorrektheit und Frivolität kaum je pubertär sind.

Mainstream-Spaß

Fans des Vorgängers sei „Kill the Boss 2“ uneingeschränkt empfohlen – Freude aber am naiven Treiben von Nick, Dale und Kurt dürften all jene haben, die offen sind für gut gemachten, intelligenten US-Mainstream-Spaß.

Spielt den schmierigen Investor: Christoph Waltz.
Spielt den schmierigen Investor: Christoph Waltz.

Filmdetails

» Regie: Sean Anders
» Hauptdarsteller: Jason Bateman, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Christoph Waltz

» läuft ab Freitag im Kino