Immer noch auf einem Spitzenplatz

Kultur / 07.01.2015 • 20:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit „The Monroes“ tritt Hanno Pinter heute im Hirschen in Schwarzenberg auf. „The original Band of Elvis“ spielt am 27. Jänner im Bregenzer Festspielhaus. VN
Mit „The Monroes“ tritt Hanno Pinter heute im Hirschen in Schwarzenberg auf. „The original Band of Elvis“ spielt am 27. Jänner im Bregenzer Festspielhaus. VN

Elvis wäre heute 80. Gilt er noch etwas? „Ja, absolut“, meint einer, der es wissen muss.

Christa Dietrich

Schwarzach. Vor Elvis sei nichts gewesen, hatte einer der „Beatles“, nämlich John Lennon, einmal gemeint, er habe schwarze Musik mit weißer vereint, erklärte das berühmte „Stones“-Mitglied Keith Richards, und selbst ein Vertreter des klassischen Konzertbusiness verbeugte sich tief vor dem „King of Rock ’n’ Roll“: Elvis Presley stehe für die größte kulturelle Kraft des 20. Jahrhunderts, fasste Leonard Bernstein das Phänomen in Worte.

Ob der Schöpfer bzw. Interpret von „Blue Suede Shoes“, „Love me Tender“,  „Jailhouse Rock“, „It’s Now or Never“, „Are You Lonesome Tonight“, „In the Ghetto“ oder „Burning Love“ heute noch etwas gilt, ist für Hanno Pinter gar keine Frage. Er könne neben den aktuellen Superstars bestehen und nehme immer noch einen Spitzenplatz ein: „Elvis ist auch für die jüngere Generation, egal ob man nun direkt Fan ist oder nicht, kein alter Hut.“ Pinter muss es wissen, er ist in der Jugendarbeit tätig, steht mit Heranwachsenden also durchgehend in Kontakt und er lebt auch seine Liebe zur Musik bzw. zum Rock ’n’ Roll aus – als Mitglied der Band „The Monroes“.

„Can’t Help Falling in Love“, der Song aus den 1960er-Jahren, hat ihn zum Elvis-Fan gemacht, obwohl er beim Tod des Künstlers, der am heutigen 8. Jänner den 80. Geburtstag feiern würde, erst sieben Jahre alt war. Mit dem ersten Kilbi-Geld, das Lustenauer Kinder traditionell zum Volksfest bekommen, hat er sich eine Elvis-Kassette gekauft. An die verwunderten Gesichter der Eltern erinnert er sich heute noch. Danach ist es um die Musikerseele in Pinter eher ruhig geworden, mit 19 stellte er sich bei einem Talenteabend im inzwischen legendären „Jazzhuus“ einfach auf die Bühne, schmetterte etwas Rockiges wie „Blues Suede Shoes“ und kam von der Musik nicht mehr los. Mit David Breznik, Alex Zoppel und Andreas Mager wird inzwischen seit Jahren arrangiert, ausprobiert – und gerockt.

Unvergleichlich

Und Elvis? „Er hat Generationen geprägt und natürlich hat er uns alle inspiriert. Was für ein Typ: Er bewegt, obwohl er schon so lange tot ist.“ Und was macht ihn konkret aus?  Das sei natürlich die Musik selbst, diese wahnsinnige Stimme, aber man dürfe nicht vergessen, dass Elvis zum ersten Mal das machte, was später auch Größen wie Madonna und Michael Jackson kultivierten, er habe bei der Interpretation den ganzen Körper eingesetzt, allerdings, wie Pinter betont, einfach unvergleichlich.

Was für ein Typ: Er bewegt, obwohl er schon lange tot ist.

Hanno Pinter
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Mit dem Foto „The Kiss“ (1956) machte Wertheimer Geschichte, der große Rest des Ruhms gilt dem Künstler Elvis Presley, der heute achtzig Jahre alt geworden wäre, allein.  Fotos: AP/Taschen/Alfred Wertheimer, NBC
Mit dem Foto „The Kiss“ (1956) machte Wertheimer Geschichte, der große Rest des Ruhms gilt dem Künstler Elvis Presley, der heute achtzig Jahre alt geworden wäre, allein. Fotos: AP/Taschen/Alfred Wertheimer, NBC

Elvis Presley 1935 — 1977

» Mit 55 Millionen Dollar Einnahmen im Jahr liegt Elvis derzeit auf Rang zwei der „Forbes“-Liste toter Prominenter – hinter Michael Jackson.

» Mehr als eine Milliarde Alben hat Elvis schätzungsweise weltweit verkauft – das gilt bis heute als Weltrekord.

» Elvis spielte über 40 Studioalben und mehr als 700 verschiedene Songs ein.

» Nach Angaben der Elvis-Presley-Gesellschaft wurden seine Platten und Videos 72-mal mit Gold, 59-mal mit Platin und 43-mal mit Multiplatin ausgezeichnet.

» Elvis wirkte in 33 Kinofilmen mit, darunter zwei Konzertfilme.

» Sein in rund 40 Länder übertragenes Live-Konzert „Aloha from Hawaii“ am 14. Jänner 1973 sahen schätzungsweise zwischen 1 und 1,5 Milliarden Menschen.

» 1982 wurde sein Anwesen „Graceland“ zum Museum, seit 2006 gilt es als nationales Wahrzeichen.