Preis für „Das Fest des ersten Morgens“

Kultur / 26.03.2015 • 21:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Que Du Luu gewinnt Hohenemser Literaturpreis.  Foto: Hölblinger
Que Du Luu gewinnt Hohenemser Literaturpreis. Foto: Hölblinger

Hohenems. Que Du Luu, die deutsche Schriftstellerin, vietnamesischer Abstammung, wird heuer mit dem mit 10.000 Euro dotierten Hohenemser Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis deutschsprachige Autoren nichtdeutscher Muttersprache versteht sich als Wettbewerb im ureigensten Sinne und wird daher seit der ersten Verleihung 2007 anonymisiert durchgeführt. Den Impuls für den von der österreichischen, im „Dreiländereck“ gelegenen Stadt Hohenems verliehenen Preis hatte Autor Michael Köhlmeier gegeben.

Die mit Anna Mitgutsch, Doron Rabinovici, Vladimir Vertlib und Sudabeh Mohafez besetzte Fachjury hatte sich unter den 75 Einsendungen für einen Text der in Bielefeld lebenden Autorin Que Du Luu entschieden und begründet: „,Das Fest des ersten Morgens‘ erzählt in hochpoetischer Sprache eine Geschichte von Brüchen. Que Du Luu schildert mit bitterer Ironie den Sturz aus einer Welt und das Einfinden in der Entwurzelung.“ Die Erzählung kreist um eine vietnamesische Flüchtlingsfamilie in Deutschland, für die das einst gefeierte Neujahrsfest untrennbar mit den Massakern der Tet-Offensive 1968 verbunden bleibt.

Zur Preisträgerin

Que Du Luu wuchs in Herford auf und lebt in Bielefeld. 1973 wurde sie in Saigon geboren. Nach Ende des Vietnamkriegs war ihre Familie als so genannte Boatpeople über Umwege nach Deutschland gekommen. Sie studierte Germanistik und Philosophie, mit „Totalschaden“ veröffentlichte sie 2006 ihren Debütroman, 2011 erschien „Vielleicht will ich alles“.

Der Preis wird am 27. Juni im Salomon-Sulzer-Saal verliehen. Que Du Luu liest aus ihrem Werk.