Schriftsteller Frederic Morton gestorben

20.04.2015 • 18:31 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Wien. Der in Österreich geborene Schriftsteller Frederic Morton ist bei einem Besuch seiner Heimatstadt Wien im Alter von 90 Jahren gestorben. Das bestätigte der Deuticke Verlag. Morton, Sohn einer jüdischen Industriellenfamilie, war 1939 vor den Nazis geflohen. Nach dem Weltkrieg veröffentlichte er zunächst in Zeitungen und Magazinen wie der „New York Times“, „Esquire“ und „Playboy“. Der Durchbruch gelang ihm 1962 mit dem Roman „Die Rothschilds“.

Er wurde in 23 Sprachen übersetzt. Das Buch diente als Vorlage für ein erfolgreiches Broadway-Musical. Weitere Werke waren „Crosstown Sabbath – Über den Zwang zur Unrast“, „Ein letzter Walzer“ und die „Ewigkeitsgasse“. Laut Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny steht Morton nicht zuletzt für „historisch-literarisches Gewissen von Weltgeltung“. Er sei einer jener großen Intellektuellen, die Wien durch den Nationalsozialismus verloren hat.