Bäcker mit Zeichenblock

Kultur / 01.05.2015 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das zentrale Motiv von Gottlieb Nuderscher ist die Landschaft. Diese Arbeit entstand im Walgau.  Fotos: Feinig  
Das zentrale Motiv von Gottlieb Nuderscher ist die Landschaft. Diese Arbeit entstand im Walgau. Fotos: Feinig  

Der Altacher Gottlieb Nuderscher (1904–1995) hat rund 3600 Aquarelle hinterlassen. Sehenswerte.

Bildband. (VN) „Gottlieb Nuderschers Malerei hat  auch dokumentarische Bedutung, sie hält sich an den Augenschein. Nicht an den Augenblick“, schreibt Willibald Feinig. „Dieser Mann aus dem Stickerdorf im früheren Überschwemmungsgebiet skizziert zuerst mit dem Bleistift, was ihm vor Augen steht. Er baut ein Gerüst, um Farbflächen eineinanderzufügen.“

Bildband und Ausstellung

Über die Jahre hat sich Feinig, bekannt als Pädagoge und Kunstvermittler, darum bemüht, dass das Werk von Gottlieb Nuderscher (1904-1995) ein breitere Anerkennung erfährt, dass sich die Öffentlichkeit damit auseinandersetzt. Nun wurde ein umfangreicher Bildband bzw. eine Monografie aufgelegt, im R-Haus in Hohenems (Marktstraße 19) wurde vor wenigen Tagen eine Ausstellung mit einer Auswahl der Aquarelle eröffnet, die bis 25. Mai, Freitag, 18 bis 21 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag, 10 bis 17 Uhr, zu sehen ist.

Der Altacher Gottlieb Nuderscher hat neben dem Brotberuf als Bäcker meist im Freien malend ein Lebenswerk von über 3600 Aquarellen geschaffen, ohne sich um Ausstellungen oder jedwede Mechanismen eines (regionalen) Kunstmarktes zu kümmern. Auf Initiative seiner Tochter Annemarie Fenkart hat Feinig diese Dokumente der Auseinandersetzung mit den Landschaften Vorarlbergs gesichtet und geordnet. „Er war Maler vor der Natur, mit der heimatlichen Landschaft auf das Engste verbunden“, schreibt Annemarie Fenkart: „Manchmal treffe ich Altacher, die mir erzählen, sie hätten ihn oft gesehen mit Rucksack, Klappstuhl und Zeichenblock unter dem Arm, auf der Suche nach einem Motiv.“

Nuderscher hat neben nur wenigen Blumenstillleben und figürlichen Darstellungen die Landschaft dokumentiert und dabei – man betrachte die Komposition oder die Farbwahl zur Verdeutlichung der Jahreszeiten – einen eigenen Stil geprägt und beachtliche Qualität erreicht.

Eines der wenigen Aquarelle mit figürlichen Motiven.
Eines der wenigen Aquarelle mit figürlichen Motiven.
   
   
Gottlieb Nuderscher malend im Gebirge.  
Gottlieb Nuderscher malend im Gebirge.  

Willibald Feinig (Hg.): „Gottlieb Nuderscher. Aquarelle“, Verlag Bucher, 310 Seiten