Eine wunderbare Gelegenheit für heimische Künstler

Kultur / 27.05.2015 • 22:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aaron Pilsan mit Kian Soltani und der deutschen Geigerin Mariella Haubs im Markus-Sittikus-Saal. Foto: JU  
Aaron Pilsan mit Kian Soltani und der deutschen Geigerin Mariella Haubs im Markus-Sittikus-Saal. Foto: JU  

Die Vorarlberger Aaron Pilsan und Kian Soltani gestalten Schubertiade-Konzerte.

HOHENEMS. (ju) Es ist das erste Mal in der Geschichte der Schubertiade, dass Gerd Nachbauer zwei Vorarlberger Musikern die Möglichkeit eröffnet, sich in einem kleinen Zyklus im Mai bzw. September in jeweils drei Konzerten zusammen mit ihren Gästen zu präsentieren. Der Pianist Aaron Pilsan und der Cellist Kian Soltani sind freilich auch längst dem Status von „Local Heroes“ entwachsen und haben sich bereits mehrfach auf dem internationalen Parkett bewährt.

Aaron Pilsan etwa wurde zuletzt von der European Concert Hall Organisation als „Rising Star“ in wichtigen Konzertsälen des Kontinents mit Soloprogrammen präsentiert – und gefeiert. Entsprechend motiviert und locker ist er in den Markus-Sittikus-Saal zurückgekehrt. „Ich bin der Schubertiade sehr dankbar“, freut er sich im VN-Gespräch, „denn das ist für mich eine wunderbare Gelegenheit, drei unterschiedliche Programme in einer intensiven Zusammenarbeit mit Freunden hier vorzubereiten und aufzuführen.“ Es war für ihn naheliegend, dass er für dieses Heimspiel seinen Cellokollegen Kian Soltani eingeladen hat. Dazu kommen mit der deutschen Geigerin Mariella Haubs und dem britischen Bratschisten Timothy Ridout zwei Musiker, die von Alter und Ausbildung her dazupassen.

Lyrik und Virtuosität

In jedem der drei Konzerte ist, natürlich, ein Werk von Schubert dabei. Daneben aber wollte Pilsan, in Abstimmung mit dem Schubertiade-Chef, auch Kontraste, eine Cellosonate von Schostakowitsch etwa oder Humoresken für Klavier des Münchner Zeitgenossen Jörg Widmann: „Die habe ich eben auf meiner Tournee gespielt, sie wurden vom Publikum sehr gut aufgenommen und kommen auf meine zweite CD.“ Beim dritten Konzert wird er mit Schuberts „Wandererfantasie“ auch jenes gefürchtete Gipfelwerk der Klavierliteratur aufführen, das ihm bereits bei seinem Schubertiade-Debüt 2012 glänzend gelungen ist. Inwieweit hat sich sein Verständnis für dieses Stück inzwischen verändert? „Ich bin überzeugt, dass ich heute weit mehr darüber weiß als damals, wie man Schubert am Klavier spielen muss. Ich habe das Stück inzwischen oft gespielt und dabei auch verschiedene Aufführungen erlebt. Mir ist dabei wichtig, das Gleichgewicht zwischen Lyrik und Virtuosität zu halten. Ich bin selber gespannt, wie es diesmal gelingt. Muss nicht heißen, dass es besser wird als letztes Mal.“

 Spannende Reise

Ist die anfängliche Nervosität inzwischen verflogen? „Jede Aufführung ist schwierig, weil das Werk so anspruchsvoll ist, und es wird nicht einfacher, nur weil man es oft gespielt hat.“ Zur „Rising-Stars“-Tournee hat Pilsan noch eine Anekdote: „Es war spannend, so durch die Länder zu reisen. In manchen wurde ich auch für weitere Konzerte eingeladen. Ich habe zwei Programme in verschiedenen Sälen gespielt und dabei auch unterschiedliche Reaktionen des Publikums erlebt. Im Amsterdamer Concertgebouw war ich begeistert, weil die Leute am Schluss alle aufgestanden sind. Nachher hat man mir gesagt: Die machen das bei jedem Konzert!“

Im Jänner ist er 20 geworden: Zeit für ein erstes, bescheidenes Resümee: „Es ist einfach toll, dass ich die Gelegenheit habe, in so jungen Jahren so viele verschiedene Sachen zu machen. Ich sehe mich trotzdem in erster Linie noch als Student bei meinem Lehrmeister Lars Vogt, weil ich genau weiß, wie viel noch gearbeitet werden muss.“

Ich sehe mich trotzdem in erster Linie noch als Student.

Aaron Pilsan

Kammerkonzertreihe „Aaron Pilsan und seine Gäste“ bei der Schubertiade, 29. Mai, 20 Uhr, 30. Mai, 20 Uhr, 31. Mai, 16 Uhr, Markus-Sittikus-Saal, Hohenems. „Kian Soltani und seine Gäste“: 11. bis 13. September