Die erste Reise von Ai Weiwei galt dem Sohn

Kultur / 30.07.2015 • 19:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Am Flughafen in München konnte der Künstler Ai Weiwei gestern Abend seinen kleinen Sohn Ai Lao wieder in die Arme schließen. Foto: Reuters
Am Flughafen in München konnte der Künstler Ai Weiwei gestern Abend seinen kleinen Sohn Ai Lao wieder in die Arme schließen. Foto: Reuters

Der regimekritische Künstler hat erst vor
einer Woche seinen Pass zurückerhalten.

MÜNCHEN. (VN) Die erste Auslandsreise seit seiner Festnahme vor vier Jahren führt den berühmten chinesischen Künstler Ai Weiwei nach München. Die Reise nach Deutschland hatte er, wie jüngst berichtet, bereits kurz nach dem Erhalt seines Passes angekündigt. In den nächsten Tagen wird der Künstler nach Berlin weiterreisen. Dort lebt sein sechsjähriger Sohn, den Ai, auch aus Angst vor der Unberechenbarkeit des chinesischen Regimes, vor einem Jahr dorthin geschickt hatte.

England verweigert Visum

Sein Abflug von Peking war begleitet vom Wirbel über die Entscheidung der britischen Regierung, die dem Regimekritiker ausgerechnet wegen seiner politisch motivierten Inhaftierung 2011 eine kriminelle Vergangenheit unterstellte und ihm ein langfristiges Visum verweigerte. Nach eigenen Angaben versuchte Ai Weiwei den Sachverhalt mit der britischen Botschaft zu klären. „Aber die Vertreter lehnten es ab, eine Fehlentscheidung einzuräumen“, hieß es in seiner Mitteilung. Der Künstler wollte ursprünglich zur Eröffnung seiner ab September geplanten Ausstellung in der Royal Academy nach London reisen. Ob er nun daran teilnehmen wird, bleibt offen. Ai Weiwei wurde im Frühjahr 2011, kurz vor der Eröffnung seiner Ausstellung im Kunsthaus Bregenz, in China festgenommen.