Stars und politische Ankündigungen

Kultur / 31.08.2015 • 19:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bunt und schrill: Sängerin und Gastgeberin Miley Cyrus bei ihrem Auftritt in Los Angeles. Foto: AP
Bunt und schrill: Sängerin und Gastgeberin Miley Cyrus bei ihrem Auftritt in Los Angeles. Foto: AP

Taylor Swift ist mit vier Auszeichnungen die große Siegerin der MTV Video Music Awards.

Los Angeles. So strahlen kann nur Taylor Swift, und die 25-Jährige hatte auch allen Grund dazu: Mit vier Mondmännern war die einstige Countrysängerin beim einstigen Musiksender MTV die große Gewinnerin bei den MTV Video Awards in Los Angeles. Und trotzdem: Tagesgespräch wird wohl jemand anderes sein.

Zehn Mal war Swift nominiert, vier Mal gewann sie. Zwei Mal für „Blank Space“ und zweimal für „Bad Blood“. Letzteres bekam auch den Preis in der wichtigsten Kategorie als „Bestes Video des Jahres“. In dem martialischen Filmchen spielen Stars wie Jessica Alba, Mariska Hargitay, Karlie Kloss, Ellen Pompeo und Cindy Crawford mit. Es wurde bislang etwa eine halbe Milliarde Mal angeschaut. Das ist nicht Rekord, aber das Video ist auch erst drei Monate alt – und Swift derzeit unbestritten die Königin von Pop und Musikvideo. Das Video war im Mai allein in den ersten 24 Stunden 20,7 Millionen Mal angeklickt worden. Damit wurde der Rekord von Nicki Minajs „Anaconda“ gebrochen – Minaj hatte Swift später auf Twitter heftig angegriffen. Ihr hatte es nicht gepasst, dass ihr Clip nicht für den Preis als bestes Video, sondern nur als bestes Hip-Hop-Video nominiert war. Für sie ein Zeichen für Vorbehalte gegenüber farbigen Sängerinnen im Musikgeschäft – und für Swift ein persönlicher Angriff. Ein inszenierter Streit? Jedenfalls traten die beiden bei den Video

Music

Awards gemeinsam

auf und umarm-

ten sich.

Dafür

legte sich Minaj mit Moderatorin

Miley Cyrus an – bei ihrer Dankesrede, nach­dem sie dann doch
den Preis für „Anaconda“ als bestes Hip-Hop-Video

gewonnen hatte. Für seltsame Blicke sorgte ein anderer, der einen Preis außer Konkurrenz bekam: Kanye West erhielt den „Michael Jackson Video Vanguard Award“. Zuerst sagte er nichts. Dann stammelte er zwölf Minuten vor sich hin und wechselte von einem Thema zum anderen. Über Kindeserziehung, Philosophie und „die Wahrheit“ sprach er, über Selbstbewusstsein und seinen Großvater. Und dann der große Hammer: „Ihr ahnt es, ich habe mich entschieden: Ich werde im Jahr 2020 als Präsident der Vereinigten Staaten kandidieren.“

Jede Menge Applaus

Besser lief es da schon für Justin Bieber. Nach dessen Skandalen in der Vergangenheit sollte sein erster Auftritt bei den Awards seit 2010 der nächste Schritt in Richtung Erwachsenen-Karriere werden. Mit Erfolg: Die vorab bereits von der „New York Times“ mit einem lobenden Internet-Special bedachte Single „What do you mean“ bekam viel Applaus. Seine Performance wurde vom Branchenmagazin „Billboard“ später als beste des Abends geadelt.

Die Gewinnerin des Abends: Taylor Swift.
Die Gewinnerin des Abends: Taylor Swift.

Gewinner der MTV Video Music Awards 2015

» Video des Jahres: Taylor Swift feat. Kendrick Lamar mit „Bad Blood“

» Bestes Video eines Künstlers: Mark Ronson feat. Bruno Mars mit „Uptown Funk“

» Bestes Video einer Künstlerin: Taylor Swift mit „Blank Space“

» Bestes Hip-Hop-Video: Nicki Minaj mit „Anaconda“

» Bestes Pop-Video: Taylor Swift mit „Blank Space“

» Bestes Rock-Video: Fall Out Boy mit „Uma Thurman“

» Bester Newcomer: Fetty Wap mit „Trap Queen“

» Beste Zusammenarbeit: Taylor Swift feat. Kendrick Lamar mit „Bad Blood“

» Bestes Video mit einer sozialen Botschaft: Big Sean feat. Kanye West und John Legend mit „One Man Can Change the World“

» Beste Art Direction: Snoop Dogg mit „So Many Pros“ (Art Director: Jason Fijal)

» Beste Choreografie: OK Go mit „I Won‘t Let You Down“ (Choreografen: OK Go, air:man und Mori Harano)

» Beste Kamera: Flying Lotus feat. Kendrick Lamar mit „Never Catch Me“ (Kamera: Larkin Sieple)

» Beste Musikvideo-Regie: Kendrick Lamar mit „Alright“ (Regisseure: Colin Tilley & The Little Homies)

» Bester Schnitt: Beyoncé mit „7/11“ (Beyoncé, Ed Burke, Jonathan Wing)

» Beste Spezialeffekte: Skrillex & Diplo feat. Justin Bieber mit „Where Are U Now“ (Regisseur und zuständig für die Spezialeffekte: Brewer)

» Sonderpreis Michael Jackson Video Vanguard Award: Kanye West