Ein Haufen Kunst bis hinauf zum Matterhorn

Kultur / 25.09.2015 • 20:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeit von Oliver Ross. Fotos: AG
Arbeit von Oliver Ross. Fotos: AG

In der Galerie Feurstein zeigt die Ausstellung „Accrochage II“ einen Querschnitt aus Programm und Sammlung.

FELDKIRCH. (VN-ag) Verpackte Bilder, die an der Wand lehnen, Transportkisten am Boden, in Folie eingeschlagene Objekte, und natürlich jede Menge Gehängtes und Gestelltes – der Eindruck des Vorläufigen, Unfertigen, den die Ausstellung „Accrochage II“ in der Galerie Feurstein erweckt, ist durchaus gewollt und schürt das Interesse.

Sinnlich-plastisch

Zum zweiten Mal nach 2012, damals zum fünfjährigen Bestehen der Galerie, gewährt Galerist Günter Feurstein anhand von rund 60 Werken Einblick in das Programm und die Geschichte der Galerie, und zugleich in seine private Sammlung. Denn „Accrochage“ bezeichnet seit den 1960ern sowohl die Hängung von Bildern in Museen als auch von Werken aus dem Galeriebestand. Was die programmatische Ausrichtung („homogen, schmalspurig, nicht beliebig, aber auch sinnlich-poetisch, das Sehen herausfordernd“) anbelangt, ist der Fokus nach wie vor auf die abstrakte und konkrete Kunst gerichtet. Erweitert hat sich indessen die Liste der beteiligten Namen. Dazu zählt beispielsweise die aus dem Engadin stammende Ernestina Abbühl, die das Naturmaterial Wachs als künstlerischen Rohstoff mit langer Geschichte und vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten schätzt. Ihre sinnlich-plastischen Werke, in Feldkirch durch zwei lamellenartig aufgefächerte Arbeiten vertreten, basieren auf Chaos und Ordnung und den Inspirationen aus den Bergen und der Natur.

Neu und bekannt

Natur und Urbanität kollidieren dagegen in den Objekten des Schweizer Künstlers Sven Egert, der ebenfalls neu im Galerieprogramm ist und industriell Produziertes mit abstrakten Bildformen in Spray- und Acryltechnik verbindet. Unter einem Paraffinüberzug verliert auch die Geometrie in den Werken von Edda Jachens an Konturen und mit kalkulierten Unschärfen findet Norbert Pümpel ein probates Mittel der Annäherung an die „Wirklichkeit“, wie eine Arbeit von 2008 betitelt ist.

Ebenso unverkäuflich wie eine rote Neon-Arbeit von Boris Petrovsky sind die Skulptur „Matterhorn“ von Othmar Hörl, zwei Siebdrucke mit dem bekannten Ameisen-Krabbeln von Peter Kogler oder ein C-Print von Gerhard Richter. Dazwischen herrscht die große Vielfalt und ein Wiedersehen mit  „alten Bekannten“ wie Thierry Feuz, Christian Stock, Thomas Deyle, Ben Hübsch, Oliver Ross und vielen Vorarlberger Künstlern, darunter Manfred Egender, Carmen Pfanner, Karl-Heinz Ströhle, Markus und Christoph Getzner sowie Ilse Aberer.

Arbeit von Manfred Egender.
Arbeit von Manfred Egender.
Arbeit von Peter Kogler.
Arbeit von Peter Kogler.
Arbeit von Carmen Pfanner.
Arbeit von Carmen Pfanner.