Mit bestechend klarem Konzept

28.09.2015 • 17:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Feste Mitstreiter Volker Weidermanns (rechts) sind die Moderatorin Christine Westermann sowie der Kolumnist Maxim Biller. Foto: ZDF
Feste Mitstreiter Volker Weidermanns (rechts) sind die Moderatorin Christine Westermann sowie der Kolumnist Maxim Biller. Foto: ZDF

Volker Weidermann ist Gastgeber in der Neuauflage des ZDF-Klassikers „Das literarische Quartett“.

Berlin. Im Gespräch outet sich der Literaturfachmann und Journalist als Fan des 2013 gestorbenen Vorgängers Marcel Reich-Ranicki.

Warum legen Sie einfach ein altes Format neu auf?

Weidermann: Die Sendung hat ein bestechend klares Konzept: Vier Menschen, vier Bücher, 45 Minuten, kein Tamtam. Wir wollen uns auf das eigentlich wichtige – die Bücher – konzentrieren und im Gespräch, sicher auch im Streit, herausfinden, was interessante und wichtige Literatur ist. Und ganz nebenbei wollen wir natürlich auch unterhalten.

Haben Sie nicht Angst vor den großen Schuhen, in die Sie schlüpfen müssen?

Weidermann: Angst nicht, Respekt schon. Es ist wirklich eine riesige Herausforderung. Marcel Reich-Ranicki war großartig, und ich war von Anfang an ein begeisterter Zuschauer. In der Studentenzeit war das literarische Quartett für mich einfach immer ein großer Spaß, bei dem ich viel über Literatur und das Lesen gelernt habe. Aber die Zuschauer werden nach der ersten Sendung sehr schnell feststellen, dass da ein ganz anderer Typ sitzt.

Wie schafft es ein Buch, auf Ihre Liste zu kommen?

Weitermann: Wichtig ist für mich: Werden Themen behandelt, die gesellschaftlich relevant sind, die politisch oder persönlich spannend sind, die in die Gegenwart hineinragen? Und dann muss mich ein Buch packen, kraftvoll, lebendig und vor allem nicht langweilig sein. Natürlich lese ich lieber Bücher, die ich mag. Aber wenn es um schlechte Bücher geht, kann ich auch sehr entschlossen kritisch sein.

Zur Person

Volker Weidermann

Geboren: 1969 in Darmstadt

Ausbildung: Studium der Politikwissenschaft und Germanistik

Werdegang: Nach drei Jahren als Redakteur bei der „taz“ wechselte er 2001 zur neu gegründeten „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ – zunächst als Redakteur, von 2003 bis 2015 als Feuilletonchef. Seit Mai ist er der Literaturverantwortliche beim „Spiegel“. Als Autor hat er selbst mehrere Bücher geschrieben.

In der ersten Ausgabe der Sendung am 2. Oktober werden Karl Ove Knausgards „Träumen“, Ilija Trojanows „Macht und Widerstand“, Chigozie Obiomas „Der dunkle Fluss“ und Peter Gardos‘ „Fieber am Morgen“ besprochen.