Pixar-Film mit Spaß und Herz

Kultur / 29.09.2015 • 18:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schauplatz des 15. Pixar-Spielfilms „Alles steht kopf“ ist die Gefühlswelt eines elfjährigen Mädchens. Foto: AP
Schauplatz des 15. Pixar-Spielfilms „Alles steht kopf“ ist die Gefühlswelt eines elfjährigen Mädchens. Foto: AP

Der Animationsfilm „Alles steht kopf“
bietet Kinospaß für
die ganze Familie.

Animationsfilm. Die Animationsschmiede Pixar unternimmt mit ihren Filmen gern spannende Reisen. Für „Ratatouille“ ging es in die Nobelküchen von Paris, „Merida – Legende der Highlands“ entführte ins schottische Hochland. In „Oben“ nahm ein alter Mann samt Haus und Luftballons Kurs auf Südamerika, „Toy Story“ wagte sich in die Welt lebendiger Spielzeuge. Mit „Alles steht kopf“ dringen die kalifornischen Trickkünstler nun in die bisher exotischste Region vor: Es geht in den Kopf und ins Unterbewusstsein, in die Schaltzentrale der Gefühle, Erinnerungen und Träume.

Mit Herz und Verstand

Schauplatz des 15. Pixar-Spielfilms ist die Gefühlswelt eines elfjährigen Mädchens. Bei Riley geht es drunter und drüber, ihre Emotionen stehen Kopf. Kein Wunder, mit den Eltern ist sie gerade aus dem ländlichen Minnesota nach San Francisco umgezogen. Es ist der Abschied von ihren Freunden, vom geliebten Schlittschuhlaufen, von ihrer Kindheit. Das klingt eher kopflastig als nach kinderleichter Unterhaltung, doch Pixar ist damit erneut eine wunderbare Gratwanderung gelungen, bei der sich Herz und Verstand, nachdenklicher Tiefgang und kunterbunter Spaß perfekt die Waage halten.

Doch die kleine Riley mit den aschblonden, schulterlangen Haaren ist nicht etwa die Hauptperson. Das sind ihre mit Haut und Haaren personifizierten Gefühle: Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel. Freude ist eine quirlige Fee mit strahlenden Augen und quietschblauen Haaren, die Riley einfach nur glücklich machen will. Wut ist ein vierschrötiger Gnom mit Krawatte und rotem Kopf, der leicht explodiert. Kummer ist behäbig, mit traurigen Augen hinter einer runden Brille, alles fällt ihr unglaublich schwer. Freude darf also keine Zeit verlieren, das Kommando zurückzuerlangen, doch der Weg zurück gelingt nur gemeinsam mit Kummer.

Rührende Botschaft

Tatsächlich spricht „Alles steht kopf“ wie auch schon ähnlich einfühlsame Coming-of-Age-Filme aus dem Hause Disney/Pixar Erwachsene und Kinder gleichermaßen an. Von den vermenschlichten, schrägen Stimmen in Rileys Kopf bis zu den knallbunten Hirnlandschaften geht das Animationsabenteuer vor originellen Ideen und lustigen Einfällen nur so über.

Die Botschaft, die „Alles steht kopf“ (im Original: „Inside Out“) sendet, ist so einfach wie rührend: Am Ende erkennt Freude die Bedeutung von Kummer, der das Leben eines Menschen in einer Art und Weise bereichern kann, wie sie es nicht kann. Mit ihrer Einsicht, auch mal andere Gefühle zuzulassen, steht sie auch stellvertretend für Eltern, die erkennen müssen, dass sie ihre Kinder nicht vor sämtlichen Sorgen und Schmerzen, die die Zukunft bereithält, bewahren können.

Einfühlsames Porträt

Ausgerechnet mit den fünf schrägen Figuren im Kopf eines Mädchens gelingt dem Regisseur Pete Docter ein authentisches, einfühlsames Porträt der Schwelle von der Kindheit zum Erwachsenwerden, was einen glücklich erfüllt und mit Tränen in den Augen hinterlässt.

Filminfos

» Regie: Pete Docter
» Synchronstimmen Original: Amy Poehler, Bill Hader, Mindy Kaling, Phyllis Smith

» läuft ab 1. Oktober in den Kinos