Feministisches auf Eisernem Vorhang

30.09.2015 • 17:58 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Wien. Einerseits Frau, andererseits Künstlerin – ein Widerspruch, der im Jahr 2015 eigentlich keiner mehr sein sollte. Doch genau diese Annahme hinterfragt die französische Künstlerin Dominique Gonzalez-Foerstner (geb. 1956) in der 18. Ausgabe der künstlerischen Bespielung des Eisernen Vorhangs der Wiener Staatsoper, die am gestrigen Mittwoch­ präsentiert wurde. Ab sofort erwartet das Publikum auf 176 Quadratmetern Gonzalez-Foerstners Reenactment eines Fotos, das im Jahr 1957 die Künstlerin Helen Frankenthaler in ihrem Atelier zeigte. Eine junge Frau inmitten ihrer großformatigen Werke, gekleidet in einen biederen weißen Rock und eine rosa Bluse. Erschienen ist das Originalfoto damals im Life Magazin im Rahmen eines Farbfotoessays über eine neue Generation von Künstlerinnen, fotografiert wurde es von Gordon Parks.

Helen Frankenthaler (1928–2011) vereinte als Malerin ein Leinwandkonzept, das sie sowohl als formalisiertes Feld wie auch als Arena für gestisches Zeichnen auffasste. Sie genoss hohes Ansehen unter den abstrakten Malern.