Museen brauchen neue Depoträume

Kultur / 30.09.2015 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kommt zum Bregenzer Museumsdepot ein Schaudepot? Foto: Rauch
Kommt zum Bregenzer Museumsdepot ein Schaudepot? Foto: Rauch

Die größte Herausforderung, die sich nun stellt, betrifft nicht neue Sammlungen.

Christa Dietrich

Bregenz. Dass man in Dornbirn über die Errichtung eines Industriemuseums diskutiert, ist bekannt. Vorläufig bleibt das Gütle als ein möglicher Standort im Fokus, grundsätzlich hat die Arbeitsgruppe um Stadtarchivar Werner Matt aber zu klären, wie ein Ort, an dem die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Industrie in der Region thematisiert werden, überhaupt aussehen soll. Und zudem stellt sich, wie Winfried Nussbaummüller, Leiter der Kulturabteilung im Amt der Vorarlberger Landesregierung, im Gespräch mit den VN erläutert, noch die Frage, inwieweit die Wirtschaft mitzieht.

Ein Industriegeschichtliches Museum steht in den nächsten Wochen somit nicht im Mittelpunkt der Diskussion, vielmehr hat man sich im Land damit zu beschäftigen, wo Sammlungen und Ankäufe überhaupt noch bewahrt werden können. Das Vorarlberg Museum hat bereits Bedarf angemeldet, denn die Räume im Bregenzer Brachsenweg platzen sozusagen aus allen Nähten. Dass ein neues Gebäude errichtet wird, ist zwar nicht ausgeschlossen, etwas konkreter befasst man sich allerdings mit dem Ausbau des Komplexes. Der sollte dann allerdings ein Schaudepot beinhalten. Kurz gesagt: Was die Museen – darunter das größte des Landes – dort lagern und vor allem, was das Land ankauft, soll von Besuchern zumindest zum Teil auch begutachtet werden können.

Raumnot auch in Hohenems

Zu beschäftigen hat man sich in den nächsten Jahren allerdings nicht nur mit Lagerräumlichkeiten in Bregenz, das Jüdische Museum in Hohenems hat längst Raumnot angemeldet. Für Nussbaummüller ergibt sich diesbezüglich sogar ein vorrangiges Thema: „Hier ist auch die Stadt Hohenems in die Entscheidung eingebunden, allerdings hat man sich zu vergegenwärtigen, dass das Haus die Besucherzahlen in den letzten Jahren verdoppelt hat.“ Rund 17.000 Menschen kommen pro Jahr in die Ausstellung in der vergleichsweisen kleinen Villa. Für Nussbaummüller ergibt auch dieser Umstand ein Motiv für „ein klares Bekenntnis des Landes“ zur Erweiterung der Sammlungsräume. 8,2 Millionen Euro gibt das Land Vorarlberg übrigens für die Museen aus, mehr als ein Drittel des gesamten Kulturbudgets wird damit für das Sammeln und Ausstellen aufgewendet und das werde auch so bleiben. Abgesehen von den notwendigen Ausbauten, deren Finanzierung noch zu klären sei, erachtet Nussbaummüller etwa auch die Kulturgütersammlung im Walgau mitsamt den in den letzten Jahren dokumentierten kleinen Privatsammlungen als ungemein wichtiges Thema.

Die Frage der Lagerung betrifft viele Sammlungen in Vorarlberg.

Winfried Nussbaummüller

Am Samstag, 3. Oktober, ab
18 Uhr, findet österreichweit die „Lange Nacht der Museen“ statt.