Ewig arbeitet und baut der Vorarlberger sein „Hüsle“

Kultur / 02.10.2015 • 20:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Waren es in der Urfassung Maria Neuschmid und Stefan Vögel, so bauen nun Kerstin Waibel und Markus Lins.   Foto: Sonderegger
Waren es in der Urfassung Maria Neuschmid und Stefan Vögel, so bauen nun Kerstin Waibel und Markus Lins.  Foto: Sonderegger

Stefan Vögel fand einen perfekten Platz für sein neues Kabarett „Schaffa, schaffa, nöxt Generation“.

Göfis. (ufe) Und ewig arbeitet und baut der Vorarlberger. Der Alemanne im westlichsten Bundesland Österreichs scheint manchmal ausschließlich für diese Tätigkeiten geboren worden zu sein: arbeiten, um ein Haus zu bauen und dann weiter arbeiten, um die gemachten Schulden abzuzahlen. Zu diesem Thema schuf der Autor, Kabarettist und Theaterleiter Stefan Vögel mit „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“ vor knapp zwanzig Jahren ein Kabarett, das zum Vorarlberger Kultstück wurde. Jetzt ist die Zeit für einen neuen Hausbau gekommen. Vögel zeigt, dass sich in den letzten zwanzig Jahren vieles verändert hat, der „Albtraum“ vom „Hüsle baua“ aber immer noch da ist.

Irene und Günther

Beim Vögel’schen Humorhausbau dürfen die Batloggs nicht fehlen. Begeisterten in der Urfassung Maria Neuschmid als Irene und Stefan Vögel selbst als Günther, so sind in „nöxt Generation“ Kerstin Waibel (Irene) und Markus Lins (Günther) mehr als nur würdige Nachfolger. Unter der Regie von Vögel bringen sie neuen Schwung in die bereits bekannten Szenen, bringen das Publikum bei älteren Gags mit Frische zur Erheiterung und die Schmähs der neuen Sketche mit Selbstverständlichkeit in den Saal. Die einzig mögliche Reaktion ist, laut zu lachen.

Hausbau im 21. Jahrhundert

Was vor zwanzig Jahren funktioniert hat, funktioniert auch heute noch. Dem Vorarlberger ein wenig oder doch mehr den Spiegel vorhalten und dies mit ein paar Schenkelklopfern dekorieren. Vögel packt mit der Neuauflage aber auch den Sprung ins 21. Jahrhundert. So müssen sich die Batloggs neben den üblichen Häuslebauerproblemen über Facebook, Rasenmäherroboter und über ein durchdrehendes Haus ärgern. Da gerade momentan das Thema Bauen in Vorarlberg wieder groß diskutiert wird, wäre es dennoch schön gewesen zu hören, wie Irene und Günther sich über die Situation im Ländle, in dem die letzten grünen Flächen verbaut werden, anstatt dass die bereits vorhandene Bausubstanz genutzt wird, erhitzt hätten. Es gibt also noch genug Stoff für Vögel, um sich in zwanzig Jahren an „Schaffa, schaffa, übernöxt Generation“ heranzuwagen.

Mit der Hymne auf den Hausbau von Waibel Lins im Duett gesungen, wurde der Abend noch pointenreich zum Abschluss gebracht. Das Publikum bedankte sich beim Ensemble zu Recht mit anhaltendem und begeistertem Applaus, der sicher auch zu einem Teil dem Team des Vereinshauses Göfis galt. Es schuf in dieser einzigartigen Örtlichkeit den perfekten Rahmen für einen wunderbaren Premierenabend, der mit dem Einser-Menü (Leberkässemmel und Bier) sein gelungenes Ende fand.

Nächste Aufführung am
4. Oktober im Vereinshaus Göfis. Weitere Aufführungen bis 15. Oktober: www.vovo.at