Individualität und Qualitätsbewusstsein

06.10.2015 • 16:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christoph Wallmann und Peter Amann. Foto: JU
Christoph Wallmann und Peter Amann. Foto: JU

25. Hohenemser Chor- und Orgeltage setzen ihre erfolgreiche Linie fort.

HOHENEMS. (JU) Der heute 94-jährige, stark sehbehinderte Mittelschulprofessor, Organist und Chorleiter Edwin Wallmann wollte der von zwei Spenderinnen gestifteten prächtigen neuen Gollini-Orgel in der Pfarrkirche St. Karl über den gottesdienstlichen Gebrauch hinaus zu gebührendem konzertantem Einsatz verhelfen. Dies war 1991 die Geburtsstunde der „Hohenemser Chor- und Orgeltage“, eines kleinen, aber stets exquisit programmierten dreitägigen Festivals, das inzwischen zum beliebten Fixpunkt im Emser Kulturleben geworden ist und heuer in seiner 25. Ausgabe wie gewohnt am zweiten Oktober-Wochenende stattfindet. Gründer Edwin Wallmann hat sich inzwischen aus Altersgründen zurückgezogen. Nun verantworten sein Sohn Christoph und dessen Freund Peter Amann die auf Individualität und Qualitätsbewusstsein ausgerichtete Programmierung der drei Konzerte. Geachtet wird dabei auch auf eine ausgewählte Mischung aus heimischen und auswärtigen Künstlern. Auf die Sicherheit dessen, was einen im Konzert erwartet, gründet sich nach Meinung der beiden Kuratoren auch der anhaltende Erfolg dieser Reihe mit beachtlichen rund 600 Besuchern pro Termin.

Seit 2000 ist die Pfarre St. Karl offizieller Veranstalter, die Reihe wird von der Stadt und Sponsoren maßgeblich unterstützt. Ein Rückblick zum Anlass zeigt neben verlässlicher Konstanz auch zahlreiche Glanzpunkte. Absolutes Highlight war 2000 das monumentale Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“ von Franz Schmidt unter Manfred Honeck, weiters wurden von prominenten auswärtigen Chorvereinigungen Bachs h-Moll-Messe und das Brahms-Requiem aufgeführt. Verpflichtet wurden daneben auch die wichtigsten Organisten des Landes wie Helmut Binder, Bernhard Loss, Johannes Hämmerle oder Rudolf Berchtel sowie auswärtige Gäste wie Konrad Philipp Schuba und Peter ­Planyavsky.

Opulent programmiert

Die 25. Ausgabe ist zum Jubiläum besonders opulent programmiert und zeigt dabei exemplarisch auch die angestrebte Spannweite zwischen hochbegabtem Nachwuchs und einem absoluten Spitzenchor des Landes. So gastiert zur Eröffnung mit der erst 17-jährigen Bludenzerin Barbara Salomon die führende heimische Organistin ihrer Generation mit einem vielfältigen Programm, bei dem auch ein Werk Johann Sebastian Bachs nicht fehlen darf. Im zweiten, experimentellen Konzert „Orgel plus“ geht es diesmal um die Gegenüberstellung von „Orgel und Hand-Orgel“ mit dem Akkordeonisten Goran Kovacevic vom Konservatorium und seinem Partner Paolo D’Angelo. Den aufwendigen Abschluss bildet am Sonntag ein Chor- und Orchesterkonzert mit der von Markus Landerer geleiteten Chorakademie und der Sinfonietta Vorarlberg mit zwei stilbildenden Sakralwerken Anton Bruckners, seiner Messe Nr. 1 in d-Moll und dem „Te Deum“.

Hohenemser Chor- und Orgeltage, Stadtpfarrkirche: 9. Oktober, 20 Uhr, Barbara Salomon, Orgel; 10. Oktober, 20 Uhr, Goran Kovacevic, Akkordeon, Paolo D’Angelo, Orgel und Akkordeon; 11. Oktober, 18 Uhr, Solisten, Chorakademie und Sinfonietta Vorarlberg, Leitung Markus Landerer