Marsianische Rettungsaktion

Kultur / 06.10.2015 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trotz fataler Lage denkt Mark Watney (Matt Damon) nie daran aufzugeben.  Foto: AP
Trotz fataler Lage denkt Mark Watney (Matt Damon) nie daran aufzugeben.  Foto: AP

Nach „Der Soldat James Ryan“ und „Interstellar“ macht sich die Welt erneut auf, um Matt Damon zu retten.

Science Fiction. Eine US-amerikanische Astronautencrew rund um Commander Lewis (Jessica Chastain) forscht gerade auf einer NASA-Basisstation am Mars, als ein gewaltiger Sandsturm aufkommt. Die Mission muss vorzeitig abgebrochen werden; doch bei der Notevakuierung wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) von einer abgebrochenen Antenne getroffen und zurückgeschleudert. Von seinem Tod überzeugt, starten Lewis und die vier übrigen Astronauten schweren Herzens ihr Raumschiff und lassen Watney zurück.

Unwirtlicher Planet

Die Stimmung in der Crew ebenso wie in der Kommandozentrale der US-Raumfahrtbehörde NASA ist am Tiefpunkt. NASA-Direktor Teddy Sanders (Jeff Daniels) muss vor versammelter Weltpresse den Tod eines US-Astronauten bekannt geben und staunt kurz darauf nicht schlecht, als Satellitenbilder diesen rund um die Basisstation werkend zeigen. Denn Mark Watney lebt noch. Damit das so bleibt, muss der gewiefte Wissenschafter herausfinden, wie er in einem auf einen Monat ausgerichteten Habitat auf dem unwirtlichen Planeten mindestens vier Jahre lang, bis die nächste mögliche bemannte Marsmission ihn retten könnte, bestehen kann. „Das heißt: Ich muss mich mit Wissenschaft aus der Scheiße ziehen“, hält Watney in seinem Videoblog, seinem nun einzigen Freund, fest – und macht sich mit Erfindertum daran, aus Wasserstoff Wasser zu machen und Kartoffeln anzupflanzen. Bald findet er einen Weg, mit der NASA Kontakt aufzunehmen.

Während die fieberhaft an einer Lösung arbeitet, plant Lewis’ Crew schon bald eine waghalsige Rettungsmission. Mit fundiertem Wissen, irrwitzigen Einfällen und dem Wenigen, das er am Mars verfügbar hat, hält sich Mark Watney kongenial selbst am Leben. Matt Damon gibt den Helden in seiner besten Rolle seit Langem als nie zweifelnden, erfinderischen Tüftler mit subtilem Humor, der in der Situation zu ungeahnter Größe heranwächst, ohne großkotzig zu erscheinen. Verkehrt ist es ja nicht, sich auf dem menschenleeren Mars als „größter Botaniker dieses Planeten“ zu bezeichnen.

Spektakuläre Aufnahmen

Mit Augenzwinkern und Ironie agiert neben Damon auch der übrige hochkarätige Cast von Jeff Daniels über Chiwetel Ejiofor und Kristen Wiig im NASA-Team bis zu Jessica Chastain, Kate Mara und Michael Pena in der Raumsonde.

Es macht Spaß, ihr Scheitern und Wiederaufrappeln zu verfolgen. Es sorgt dafür, dass „Der Marsianer“ kein reines existenzialistisches Action-Spektakel wird. Zwar gibt sich der weltraumaffine Regisseur Ridley Scott nur zu gerne spektakulären 3D-Aufnahmen der weiten, kupferfarbenen, in der jordanischen Wüste aufgenommenen Marslandschaft hin, so wie auch Watney ab und an innehält. Doch lässt Scott auch dichte, intime Momente zu, und verliert nie die Leichtigkeit, ja Schwerelosigkeit, in den Dialogen seines hervorragenden Casts aus den Augen.

Filmdetails

» Regie: Ridley Scott
» Hauptdarsteller: Matt Damon, Kate Mara, Jessica Chastain

» ab 9.10. im Kino