„Das, was uns selbst taugt“

07.10.2015 • 20:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Präsidentin Martha Bösch und Jupp Zeltinger (vorne) haben die Crew mit Helmut Gassner und Walter Weber (Mitte) im Griff. Foto: Lukas Hämmerle
Präsidentin Martha Bösch und Jupp Zeltinger (vorne) haben die Crew mit Helmut Gassner und Walter Weber (Mitte) im Griff. Foto: Lukas Hämmerle

Gassner und Weber machen Programm mit Instinkt und wurden dabei nie getäuscht.

Christa Dietrich

Lustenau. Eine derart rasche Antwort auf die Frage nach dem Konzept, das hinter der Programmgestaltung steckt, bekommt man nicht oft. Und noch seltener wird mit großem Nachdruck betont, dass man einfach seinem Instinkt folgt. „Wir haben ein einziges Kriterium, wir bieten nur das an, was uns anspricht, was uns selbst taugt und was wir sofort auf unsere iTunes laden würden“, beschreibt Helmut Gassner die Vorgehensweise, die zum aktuellen Programm des Jazzclubs Lustenau führte. Einen Nachsatz gibt es auch: „Wir haben uns dabei noch nie überlegt, was den Leuten wohl gefallen könnte und womit wir den Saal voll bekommen.“

Wer auch vom „AMC-Trio“, das am kommenden Freitag im Jazzhuus in Lustenau zu Gast ist, noch nie etwas gehört hat, wird dem Team des Jazzclubs somit erneut vertrauen können. Die Musiker aus der Slowakei bieten das, was Helmut Gassner (63) und Walter Weber (50) einfährt. Den beiden Profis, die selbst gelegentlich als Musiker unterwegs sind (der erste am Schlagzeug und der zweite am Bass), geht es dabei in erster Linie um die Klangraffinessen. Ausschau gehalten wird nach melodischem Jazz. „Dixieland-Jazz bieten wir nicht und den Freejazz gibt es ohnehin anderswo, beispielsweise am Spielboden.“ Lange suchen müssen sie selbst im Übrigen nicht, die ehrenamtlich tätigen Programmmacher, die von einer Crew von Clubmitgliedern umgeben sind, werden meistens gesucht. „Wir haben bis zu 2000 Anfragen im Jahr“, unterstreicht Helmut Gassner die Attraktivität des Ortes. Ein recht passabler Teil der Anwärter käme für das Programm in Frage, doch die Auswahl ist hart, denn pro Jahr richtet der Jazzclub Lustenau nur um die 15 Konzerte aus.

Gruppenbild mit Zeltinger

Zu einem der sympathischen Markenzeichen des seit 40 Jahren bestehenden Unternehmens ist seit einiger Zeit das jährlich erstellte Gruppenfoto geworden. Jupp Zeltinger, Star der Gründerzeit im Gasthaus „Linde“, musste zuletzt selbstverständlich mit aufs Bild. Der Rahmen wirkt gediegen, aber in den Feinheiten ist die Aufnahme witzig und originell. So wie das Programm, das mit „Shalosh“, drei Musikern aus Israel und New York, Ende November eine weitere Besonderheit aufweist.

Professionalität, gutes Gespür und Spaß an der Tätigkeit, diese drei Faktoren, die Helmut Gassner wichtig sind, erzeugen zudem jenes Ambiente, das es dem Jazzclub möglich macht, immer wieder auch einige Kapazunder ins Land zu holen. Der Auftritt von Monty Alexander ist Gassner beispielsweise gut in Erinnerung. Man war besorgt, doch der Superstar ließ verlauten, dass er es zuvor lange vermisst hatte, in einer solchen Clubatmosphäre zu spielen. Und die dürfte auch dem Publikum behagen. Rund 120 Besucher fasst der Saal, der immer wieder auch Ziel von Jazzfreunden ist, die aus Zürich, Luzern oder Innsbruck anreisen.

Das Publikum, das zu uns kommt, kennt die Bands oft gar nicht. Aber sie können sich auf uns verlassen.

Helmut Gassner

Jazzhuus

» Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr
AMC Trio + Samuel Marinák

» Freitag, 30. Oktober, 21 Uhr
Escoffery–Davis–Schieferdecker
Dudli «Standards»

» Freitag, 13. November, 21 Uhr
Swingwerk

» Freitag, 27. November, 21 Uhr
osh

» Freitag, 18. Dezember, 21 Uhr
Sabina Hank & Band «Blue Notes On Christmas»