Ein Mann, den jeder von uns zu kennen scheint

Kultur / 09.10.2015 • 19:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Roman. (jal) Ove ist ein pedantischer Nachbar. Bei seinen Kontrollgängen notiert er sich die Kennzeichen falsch geparkter Autos, er räumt Fahrräder weg, die im Weg stehen und überlegt sich schon, wie er den nächsten Beschwerdebrief formuliert. Was zunächst wie ein klischeehafter Charakter wirkt, wird schnell zu einem komplexeren Menschen, dem das Schicksal übel mitgespielt hat. Ove, der sich über seinen Job als Bauzeichner definiert hat, wird kurz vor seinem 50. Geburtstag gekündigt. Aber im Vergleich zum plötzlichen Tod seiner Frau ist das noch leicht zu verkraften. Ove hat keinen Antrieb mehr und beschließt, seiner Frau in den Tod zu folgen.

Doch so sehr er auch versucht, sich das Leben zu nehmen, er wird dabei stets gestört. Einmal sogar von seiner Nachbarin und dann tatsächlich von einer herrenlosen Katze, die zudem beschlossen hat, bei Ove zu wohnen. So versucht er, sich wieder auf seine guten Eigenschaften zu besinnen.

Frederik Backman: „Ein Mann namens Ove“, Fischer Krüger Verlag, 368 Seiten. Empfohlen von Martin Barrett (25), Jurist, Wien.