Ein Jungspund von 440 Jahren

Kultur / 12.10.2015 • 20:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Geschichte des Huber-Hus in Lech, das seit zehn Jahren ein Museum ist, reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Foto: Muxel
Die Geschichte des Huber-Hus in Lech, das seit zehn Jahren ein Museum ist, reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Foto: Muxel

Mit dem Huber-Hus gibt es in Vorarlberg nun mehr als ein Dutzend Gütesiegel-Museen mit hohen Auflagen.

Lech. (VN-cd) Die Freude in der Arlberg-Gemeinde ist berechtigt groß: Das erst vor zehn Jahren eröffnete Museum Huber-Hus, das sich nicht nur der Regionalgeschichte widmet, sondern in dem auch hervorragende Kunstausstellungen realisiert wurden, hat in der Branche quasi den Ritterschlag erhalten. Die Einrichtung in Lech wurde neben 16 weiteren Museen in ganz Österreich mit dem Gütesiegel bedacht. Susanne Fink, in der Kulturabteilung im Amt der Landesregierung zuständig für Museumsangelegenheiten, hilft bei der Einordnung der Auszeichnung. „Die zu erfüllenden Kriterien sind enorm, die Verleihung ist auf fünf Jahre befristet, dann muss erneut angesucht werden.“ Dieses Prozedere hat die inatura in Dornbirn gerade hinter sich gebracht, die naturkundliche Einrichtung zählt seit einiger Zeit wieder zu jenem Dutzend der ausgezeichneten Museen in Vorarlberg, das das neu hinzugekommene Huber-Hus nun als 13. Kandidat sprengt.

Die neuen Preisträger in Österreich sind beispielsweise das Sigmund Freud Museum und das Viktor Frankl Museum in Wien oder das Museum Gugging in Niederösterreich. Vergeben wird das Siegel vom Museumsbund und dem Österreich-Ableger des International Council of Museums (ICOM), die nun 235 Häuser auf der Liste haben. „Das Museumsgütesiegel ist ein international als vorbildlich anerkanntes Instrument zur Qualitätssicherung im Museumswesen“, erklärt Juryvorsitzender Wolfgang Meighörner, der Direktor der Tiroler Landesmuseen. Neun Bewerber gingen heuer leer aus, das mache deutlich, dass die Messlatte hoch liegt.

Ehrenamtlich tätig

Das Huber-Hus und weitere kleine Einrichtungen an verschiedenen Standorten, die inzwischen als Lech-Museum miteinander verbunden sind, bildet auch fachlich versiertes ehrenamtliches Engagement ab. Die Restaurierung der bis zu 440 Jahre alten Bausubstanz mit Wohnräumen und Werkstätten war die erste Herausforderung, nun steht man vor der Frage, wo und wie weitere Räume für Depots geschaffen werden können, erklärt Museologin Monika Gärtner. Sie hat zwischenzeitlich die Aufgaben der Historikerin Birgit Ortner übernommen, die neben der Sprachwissenschaftlerin Petra Walser-Pfefferkorn am Aufbau eines Archivs beteiligt war. Zu den Schwerpunkten des künftigen Ausstellungsprogramms zählt der Dialekt, dem sich das Team widmet, für dessen Arbeit Bewohner und Touristen in Lech großes Interesse zeigen.

Die nächste Frage ist, ob wir neben dem Huber-Hus Räume für Depots schaffen können.

Monika Gärtner

Museen mit Gütesiegel in Vorarlberg

» Museum Frühmesshaus
Bartholomäberg

» Heimatmuseum Schruns

» Tourismusmuseum Gaschurn

» Bergbaumuseum Silbertal

» Vorarlberg Museum Bregenz

» Klostertalmuseum Wald a. Arlberg

» inatura Dornbirn

» Stadtmuseum Dornbirn

» Schattenburg Feldkirch

» Frauenmuseum Hittisau

» Jüdisches Museum Hohenems

» Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg

» Huber-Hus Lech