Kunstrückgabebeirat empfiehlt Restitutionen

15.10.2015 • 16:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. In drei Fällen, die die Albertina, das Österreichische Museum für Volkskunde und die Sammlung Alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums betreffen, empfahl der Beirat bei der Sitzung am 15. Oktober Rückgaben. Im vierten Fall, der ein Aquarell und eine Grafik von Egon Schiele in der Albertina betrifft, empfahl der Beirat, die Werke nicht an die Erben nach Fritz Grünbaum zu übereignen.

Der Wiener Rechtsanwalt Siegfried Fuchs wurde als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt. Der Kunstrückgabebeirat hat bereits in den Jahren 2005, 2006 und 2012 Empfehlungen zur Rückgabe von Objekten beschlossen. Diese Empfehlungen betrafen die Österreichische Nationalbibliothek, das Museum für angewandte Kunst und das Kunsthistorische Museum. Zehn Objekte, darunter eine Zither, Majoliken und Bilder, die sich im Museum für Volkskunde befinden, wurden nun zur Rückgabe empfohlen.

Auch die in Wien lebenden Brüder Fritz und Alfred Menzel wurden vom NS-Regime verfolgt. Alfred Menzel und seine Frau wurden 1943 in Auschwitz ermordet. Sein Bruder wurde in Modliborzyce ermordet. Eine Miniatur aus der Albertina wurde zur Rückgabe an die Menzel-Erben empfohlen.

Der Beirat empfahl weiters die Rückgabe eines Hammerflügels aus der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums an die Erben nach Maria Gerngross. Sie wurde in Auschwitz ermordet. Die Empfehlungen sind im Wortlaut auf www.provenienzforschung.gv.at wiedergegeben.