Doch keine Rückgabe ohne Wenn und Aber

19.10.2015 • 16:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Geschichte der Gurlitt-Sammlung ist noch ungeklärt, dennoch steht die Taskforce vor dem Aus.

Berlin. „Wir sind auf einem guten Weg und arbeiten bis zum letzten Tag mit Hochdruck“, sagt Ingeborg Berggreen-Merkel, die der Taskforce vorsteht. Das Gremium habe aus dem Münchner Fund inzwischen 510 Werke geklärt. Bei 507 davon könne ein NS-verfolgungsbedingter Entzug, wie es im Amtsdeutsch heißt, ausgeschlossen werden. Dennoch werde es eine Reihe von Werken geben, deren Schicksal sich nicht klären lasse.

Berggreen-Merkel macht eine weitere Rechnung auf. Zu jedem der 499 zweifelhaften Objekte aus dem Schwabinger Fund werde bis Ende Oktober ein Basisforschungsbericht vorliegen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat angekündigt, ein Folgeprojekt zur Taskforce beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg zu initiieren. Zudem will sie die unter Raubkunstverdacht stehenden Bilder Ende 2016 in Bonn ausstellen.

Das weitere Schicksal der Sammlung hängt davon ab, wie der laufende Erbstreit ausgeht. Bekommt das Kunstmuseum Bern, wie von Gurlitt verfügt, das heikle Erbe, oder setzt sich Gurlitts Cousine mit ihrem Anspruch durch? Nächstes Jahr könnte das entschieden sein.

Gurlitt in Zahlen

» 1258 Kunstwerke aus dem Schwabinger Fund

» 499 Mal NS-Raubkunst nicht ausgeschlossen, davon 4 Fälle bestätigt

» 507 Mal geklärt, kein NS-Raubkunstverdacht

» 252 weitere Recherchen nötig

» 239 Kunstwerke aus dem Salzburger Fund

» 113 Ansprüche auf 104 Werke aus dem Münchner Fund wurden angemeldet, 13 bestätigten sich bisher nicht

» 90 von 187 kunstbezogenen Anfragen abschließend beantwortet