Ein atemberaubender Drahtseilakt

20.10.2015 • 16:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Philippe möchte die immens große Lücke zwischen den Türmen des World Trade Center auf einem Seil überqueren.  Foto: Sony Pictures
Philippe möchte die immens große Lücke zwischen den Türmen des World Trade Center auf einem Seil überqueren. Foto: Sony Pictures

Starregisseur Robert Zemeckis nimmt in „The Walk“ dank 3D-Technik die Zuschauer mit in die Wolken.

Biografie. Im Paris der frühen 70er-Jahre will der 20-jährige Philippe (Joseph Gordon-Levitt) nur eines: Sein Drahtseil aufspannen, wo immer es sich anbietet. Zwischen Bäumen, Masten und sogar den Türmen der Notre-Dame balanciert der passionierte Hochseilartist, und das stets ohne Sicherheitsnetz oder -gurt, ist er doch „Künstler, und kein Zirkusclown“.

Seine wahre Herausforderung aber soll noch folgen: Aus der Zeitung lacht ihm eine Zeichnung des World Trade Center in New York entgegen, dessen Türme bei Fertigstellung die höchsten der Welt werden sollen. Bald ist klar: Philippe muss sein Seil zwischen diese Türme spannen, 400 Meter über dem Boden. Also stellt er ein Team an Komplizen zusammen, darunter seine Freundin Annie (Charlotte Le Bon) und Mentor Rudy (Ben Kingsley), und macht sich auf, das Unmögliche zu wagen.

Der Film „The Walk“ schafft mehr, als nur die Geschichte des waghalsigen „Coups“ zu erzählen, wie Petit selbst stets sein Unterfangen nannte. Regisseur Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft“, „Forrest Gump“) gelingt dank 3D-Technik etwas Außergewöhnliches: Er bringt die Zuschauer auf das Dach des Wolkenkratzers und auf das Seil, lässt sie tief in die Häuserschlucht blicken und den Sonnenaufgang über New York erleben. Bei der Premiere des Films in New York hat das laut US-Medien so gut funktioniert, dass sich manch Zuseher mit Höhenangst übergeben hat. 

Gordon-Levitt hat sich für den Film neben einem französischen Akzent auch die Kunst des Drahtseilakts angeeignet und dafür acht Tage lang mit Petit höchstpersönlich trainiert. Die verschmitzte, gegenüber der Polizei fast provokante Leichtfüßigkeit auf dem Drahtseil vermittelt er ebenso glaubwürdig wie die geradezu manische Besessenheit Petits.

Regisseur Zemeckis war bewusst, dass die Zuschauer den Film auch mit der Last ihrer Erinnerungen an die Zerstörung des World Trade Center am 11. September 2001 sehen werden.  „Da das WTC zerstört wurde und die Performance nie mehr wiederholt werden kann, wurde seine Geschichte zu einem Mythos.“

Filmfinos

» Regie: Robert Zemeckis
» Hauptdarsteller: Joseph Gordon-Levitt, Ben Kingsley, Charlotte Le Bon, James Badge Dale

» läuft ab 22. Oktober im Kino