Stadtgeschichte als Herausforderung

Kultur / 21.10.2015 • 21:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Geschäftsführerin Ulrike Dirnbauer, Stadtrat Christoph Thoma und Christian Ertl (Sparkasse). Foto: VN/RP
Geschäftsführerin Ulrike Dirnbauer, Stadtrat Christoph Thoma und Christian Ertl (Sparkasse). Foto: VN/RP

Christoph Thoma und Ulrike Dirnbauer wollen ihren weit gefassten Kulturbegriff verdeutlichen.

Bludenz. (VN-cd) Um es gleich vorwegzunehmen: Groß ist das Kulturbudget in Bludenz nicht, rund 200.000 Euro wendet die Stadt auf, dazu kommen noch Beiträge vom Land und vor allem eine satte Summe von einem privaten Sponsor, der Sparkasse Bludenz, über deren Ausmaß Stillschweigen vereinbart wurde.

Dass man mehr als eine Programmpräsentation im Auge hatte, als Christoph Thoma, der neue Kulturstadtrat, der gleichzeitig das Stadtmarketing in Bregenz leitet, gemeinsam mit Ulrike Dirnbauer auftrat, die als Geschäftsführerin der Bludenzer Kultur GmbH für das Kulturangebot sowie für das Marketing zuständig ist, steht außer Zweifel. Beide sprechen von „Kulturentwicklung“ und reihen den „offenen Umgang mit anderen Kulturen“ gleich einmal ganz oben auf die abzuarbeitende Liste. „Ich lade die Bevölkerung ein, sich aktiv dem Moscheenbau zu öffnen und diesen Ort als Raum des Miteinanders zu begreifen“, erklärt Thoma einen der nächsten Schritte. Mit der Serie „Fremde Nähe“ beweist Bludenz schon seit einigen Jahren die Farbigkeit des Programms, am 6. November sind Künstler aus Irland zu Gast, am 5. Dezember folgt ein Ensemble aus Finnland. Weitere Aktivitäten, die dem Begriff Begegnung und Sensibilisierung zuzuordnen sind, werden im Rahmen der neuen Reihe „hin.hören“ realisiert. Musiker verschiedener Genres, die gerade im Begriff sind, sich in der regionalen wie in der internationalen Szene zu positionieren, werden auftreten und die Raumakustik in der Remise ausreizen.

Apropos Remise. In diesem Zusammenhang eröffnet Thoma im Gespräch mit den VN, dass sich im bestens nutzbaren Gebäude nun nach zwei Jahrzehnten doch ein Sanierungsbedarf eingestellt hat, der auch noch finanziell gestemmt werden muss. Etwa 100.000 Euro sind in den nächsten Jahren dafür aufzubringen.

Jehly und Friedl

Neben einer Reihe von Angeboten, die auch unter dem Motto Partizipation stehen, also den jungen und aufstrebenden Künstlern bzw. Talenten eine Plattform bieten, kristallisieren sich im ersten Programm von Ulrike Dirnbauer und Christoph Thoma zwei besondere Schwerpunkte heraus. Beide sind historischer Natur. Die Kulturabteilung will nämlich die Vermittlung verstärken und arbeitet diesbezüglich mit dem Stadtmuseum zusammen. Das Unternehmen stehe zu Unrecht etwas im Schatten. Die Hinwendung zur Geschichte wird dabei von einem Jubiläum dominiert. Am 30. März 1416 fand der österreichische Herzog Friedrich IV. (der „Friedl mit der leeren Tasche“), der von Kaiser Sigismund geächtet worden war, Einlass am Oberen Tor und konnte ungehindert von seinen Verfolgern in sein Heimatland Tirol gelangen. Dieses 600-Jahr-Jubiläum werde, so Dirnbauer „entsprechend gefeiert“. In Bludenz wird demnächst ein Buch zur Stadtgeschichte erscheinen. Außerdem widmet man sich dem Mahler Jakob Jehly (1854-1897) und zählt bei der Präsentation eines Sohnes der Stadt auf die Kooperation mit dem Vorarlberg Museum in Bregenz.

Meine neue Tätigkeit in Bludenz lässt sich mit jener in Bregenz für mich absolut vereinbaren.

Stadtrat Christoph Thoma

Nächste Veranstaltungen: 23. Okt., Remise, Double Drums (10 und 15 Uhr), Danzas Argentinas, 20 Uhr